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Thursday, April 10, 2014

Der Frühling

... und ich, wir kommen beide nicht so richtig in die Gänge. Das heißt, heute scheint seit ungefähr fünf schrecklich verregneten Tagen endlich mal wieder die Sonne. Ergo: Blogeintrag.

Die Kinder schleppen sich auch so durch den Alltag, immer wieder ist mal jemand zuhause. Entweder wegen Fieber, starker Erkältung oder Magenproblemen. Aktuell: der ältestes Sohn (das zweite Kind). Und auch ansonsten schwimmen wir so ein bisschen im Niemandsland.

Der Herzallerliebste wartet auf eine Zusage/Absage für eine 4-wöchige Weiterbildung im Mai - in den USA. Ich bin im Hinblick auf das zukünftige Wohl dieser Familie unbedingt dafür, dass er geht, gleichzeitig plagt mich das große Grauen. Vier Wochen. Mit vier Kindern, allein bei dem Gedanken wird mir flau im Magen. Freundlicherweise kommen meine Eltern für fast zwei Wochen vorbei, das beruhigt ungemein.
Dann warten wir noch auf die Benachrichtigung, ob und wann es ein Aufnahmegespräch für die Wunschschule des ältesten Sohnes und der Tochter gibt. Unnötig zu erwähnen, dass es schultechnisch ja so nicht weitergehen kann. Langsam wird die Zeit aber knapp und ich habe schon wieder Magenzwicken - die werden uns doch nicht auch vergessen haben????
Dann steht Ostern an und gleichzeitig der Geburtstag der Tochter (am Ostersonntag!!!) .... und es mangelt zwar nicht an Ideen für beides, aber dieses Jahr bin ich GANZ SPÄT dran .... und kann mich auch nicht richtig motivieren. Muss jetzt aber gehen, die nächsten Tage. 

Es gibt so Tage, an denen wurschtele ich so vor mich hin und hoffe, dass endlich mal eine ganz dicke, fette gute Nachricht vorbeikommt. Es wäre mal wieder an der Zeit.

Friday, March 14, 2014

Alltagsfluchten

Das fantastische am Großraum Stockholm ist, dass - solange man nicht gerade in der Innenstadt wohnt - es leicht ist und schnell geht in die Natur zu kommen. Okay, es ist noch immer sehr landschaftsarchitektonisch bearbeitete Natur (oft, nicht immer), aber es gibt überall kleinere oder größere grüne Erholungsinseln.
Heute Morgen bestimmte der Herzallerliebste dann, dass es nach dem Winter und nach dem monatelangen Stress und der Grippe, die uns bis vor Kurzem geplagt hat, mal wieder an der Zeit sei, einen Platz zu zweit aufzusuchen, den wir bei unserem ersten Besuch als "unseren Platz" gewählt hatten. Wir waren lange nicht da (sicher 1,5 Jahre) und nach den Wochen grau war es für uns das erste Mal im Sonnenschein und in dem dieses Jahr so frühen Frühling(swetter - zugegeben, wir sind im allgemeinen Vergleich spät dran).
Nun sind die ersten richtig sonnigen Tage auch mindestens wieder ein, zwei (?) Wochen her, aber ich muss dennoch erwähnen, dass der erste Tag, an dem die Sonne scheint und der Himmel richtig blau ist, sich jedesmal anfühlt, als hätte man die sechs Monate davor eigentlich überhaupt kein Tageslicht gesehen. Man kann förmlich körperlich spüren, wie die Lebenslust zurückkehrt. Man will nicht mehr den lieben langen Tag schlafen, man wandelt auch nicht mehr lethargisch durch die Gegend. Sobald dasTageslicht die 17 Uhr-Grenze mal geknackt hat, kehrt sich das alles ins hysterische Gegenteil und man will eigentich gar nicht mehr schlafen und denkt plötzlich wieder, man könnte Bäume ausreisen.
Jedesmal wenn ich den Wechsel vom Winter zum Frühling durchmache, denke ich darüber nach, wie diese Wetter- und Lichtbedingungen doch die skandinavische Mentalität geprägt haben müssen. Diese ruhige Zähigkeit, die Geduld und das Ausharren und gleichzeitig ein stilles Vor-Sich-Hinleiden, dass dann plötzlich mit diesem Überfluss an Licht und damit Leben belohnt wird. Viele Leute reagieren darauf, in dem sie still in der Sonne stehen, die Augen schließen und das neugewonnene Leben und das Licht sprichwörtlich aufsaugen.


"Att hämta kraft från sol strålarna" - Der Herzallerliebste tankt Kraft aus Sonnenstrahlen.


"Unser" Fels.

Wer weiß, was man hier sieht?*

Blick nach links.

Blick nach rechts.

Ein schöner Weg.



"Att suga sol" - Sonnenlicht aufsaugen.


Friday, September 13, 2013

Freitag - Fredagsmys

Dieser Blogeintrag dient ausschließlich der Eigenmotivation. Sie können genau hier aufhören zu lesen. ;o)

Heute ist zwar Freitag, der 13. und angeblich damit ein Unglückstag, aber ich habe schon vor geraumer Zeit beschlossen, dass dieser Freitag entgegen seines schlechten Rufes zu den guten Tagen zählt, denn ich habe nicht nur die nächste Woche angemessen mit Arbeit gefüllt, was mich nach meiner fast zweijährigen Elternzeit, die nur im letzten Jahr 2 Monate kurzfristig unterbrochen wurde, mehr als freut. Nein, heute steht auch ein typisch schwedischer Freitag an, nämlich einer mit "Fredagsmys", was grob und ungelenk mit "Freitagsgemütlichkeit" übersetzt werden könnte. Es handelt sich dabei um eine Institution des schwedischen Familienlebens neueren Datums, wobei mir nicht ganz klar ist, ob dessen Erfindung auf die Kartoffelchips-Industrie oder aber auf die Hersteller von Tex-Mex-Gewürzmischungen und Tortillas zurückzuführen ist.

Denn schwedischer "Fredagsmys" geht so: Die erschöpfte Familie kehrt idealerweise statt um fünf Uhr Mittags schon um vier Uhr Mittags ins traute Heim zurück. Einer der anwesenden Erwachsenen hat es irgendwie geschafft, den Wocheneinkauf schon zu erledigen oder aber vorausplanend schon beim letzten Mal für die anstehende gemütliche Stunde eingekauft. Dann werden unter motivierter Beteiligung aller Anwesenden verschiedene Varianten der europäisierten mexikanischen Küche zubereitet/halbfertige Pizzen belegt und unter fröhlichem Gelächter in bester Laune verspeist. Wenn man diesen Programmpunkt abgehakt hat und das Geschirr mirakulös von alleine in der Spülmaschine verschwunden ist, dann sammelt sich die immer noch wahnsinnig gut gelaunte und jetzt auch auf Entspannung eingestellte Familie komplett auf dem Familiensofa im Wohnzimmer und schaut -gemeinsam und unter ganz viel aktiver Beteiligung!? - einen Familienfilm, bei dem natürlich Chips oder Popcorn unter viel Gelächter verdrückt werden. Das Trinken von Erfrischungsgetränken der ungesunden Art zählt in den offiziellen Werbeversionen nicht zu diesem Ritual. Wohl aber Bier!?! Man möge mich korrigieren, wenn ich falsch liege.
 Soweit die Vorstellungen der Werbeindustrie.

Bei uns ist heute tatsächlich die Zubereitung und das Verspeisen von Tortillas geplant und tatsächlich sind heute auch alle mal vor 5 zu Hause. Wenn ich es schaffe, gleich rechtzeitig los zu fahren, tatsächlich auch vor 4. Deshalb wollen wir es uns heute tatsächlich auch gemütlich machen, die letzten Wochen waren stressig, der Herzallerliebste viel unterwegs, ein ruhiger Freitagabend ist uns also willkommen. Das Filmschauen ersetzen wir vielleicht mit einem Spiel, grundsätzlich kann es nicht genug fernsehfreie Nachmittage/Abende geben. Chips gibts auch keine, vielleicht Nüsse, getrocknete Früchte, Popcorn ungezuckert oder ... mal sehen. Wobei wir keine Anti-Zucker-Fanatiker sind. Wir könnten aber etwas konsequenter werden, zugegeben.
Allerdings muss ich schnell noch ein bisschen aufräumen (ich habe bis eben gearbeitet) und dann noch ganz fix in den Supermarkt. Dafür brauchte ich zusätzlich Motivation. ... Hmmmm .....
Was soll man sagen, beim jetztigen Blick auf die Uhr habe ich es auf einmal fürchterlich eilig. In diesem Sinne: Fröhlicher Fredagsmys!!!

Friday, February 8, 2013

Musikeinschlag der Woche



Ich bin nicht der größte Petter-fan (eigentlich gar nicht). Habe aber dieses Lied neulich im Radio gehört und fand es spontan gut. Leider habe ich gar keine Ahnung inwieweit - und ob - deutscher Rap mittlerweile gediegen ist, vor allem solcher für Leute mit ... uhm ... Ausdrucksvermögen. Ich finde dieses Lied aber mal wieder ein schönes Beispiel dafür, wie gut schwedische Musik/schwedischer Rap es schafft, bestimmte Stimmungen aufzunehmen und (gut) zu verarbeiten. Leider habe ich noch keine Übersetzung für den Text gefunden (und ich habe keine Zeit gerade, Sohn Nr. 2 ist doch noch krank geworden, wenn auch mit Grippe), aber vielleicht hat ja doch jemand Lust es anzuhören ...

PS.: Da die GEMA sich ja bekanntlich so anstellt - kann man das Video überhaupt ansehen in Deutschland???

Thursday, February 7, 2013

Total Wipe Out

Abgesehen vom gnadenlosen Alltagschaos hatten wir Besuch von einem Magendarmvirus. Pünktlich zum Magendarmvirus-Saisonhöhepunkt (mehrere Krankenhäuser im Raum Stockholm waren in den letzten Tagen wegen der vielen schweren Aktufälle überbelastet). Wir hatten Glück, das ganze hat uns nur wirklich zwei Tage lang und eine Nacht befallen (Montag/Dienstag), aber rückblickend war dieser Kurzbesuch mal wieder sehr beeindruckend. Montag-Nacht war hier eine Splatter-Party im Gange, die ihres gleichen sucht, halbstündlich gab es neue Opfer. Den ältesten Sohn hatte es am schwersten erwischt, nach jedem Schluck Wasser kamen unendliche Mengen Flüssigkeiten fontänenartig wieder aus ihm heraus, bis nachts um 3 ungefähr, dann war Ruhe. Dienstag waren wir mit dem Auffüllen des Flüssigkeitsanteils im Körper sämtlicher Familienmitglieder beschäftigt und gestern gab es noch immer Schonkost. Der Schweregrad der Krankheit in der Familie war unterschiedlich und wie immer hat der Mann tapfer bis als Letzter ausgehalten. Völlig unbehelligt scheint Sohn Nr. 2 das Ganze überwunden zu haben. Sicherheitshalber hatten wir ihn aber auch in  Quarantäne. Merke: Kinder erst wieder in den Kindergarten schicken, wenn sie mindestens 48 Stunden absolut symptomfrei sind. In schweren Fällen wird sogar empfohlen zu warten, bis alle in der Familie 48 Stunden symptomfrei sind. Ansonsten zieht man sich argen Unmut seiner Mitmenschen zu.

Heute jedenfalls bin ich damit beschäftigt die Auswirkungen dieses Totalausfalls zu beseitigen .... ein weiterer "verlorener" Tag. Obwohl ich natürlich froh bin, dass wir mit einer recht harmlosen Variante davongekommen sind. Immerhin habe ich hier auch noch einen 6 Monate alten Säugling (der sich einmal erbrochen hatte) .... Sohn Nr. 1 ist heute übrigens - nur zur Sicherheit - noch zuhause.

Monday, January 28, 2013

6 Monate





Ist er nicht süß, wenn er die gewünschte Aufmerksamkeit erhält. ;O)  Aber oh! - wenn es mal nicht so läuft, wie er sich das denkt. Oder er gar alleine auf dem Boden spielen soll. Am liebsten liegt er in seiner Wippe -  vermutlich wegen der besseren Aussicht - und wippt wie ein Wilder durch die Gegend.  Mit fünf Monaten hat er es einmal geschafft, sich mit viel Schwung aus der in Liegeposition befindlichen (!!! - weshalb die gestresste Mutter ihn auch nicht gleich gesichert hatte) Wippe zu katapultieren  .... außer einem großen Schreck aller Beteiligten und ein auf dem Bauch über den Boden rutschendes Baby ist aber nichts passiert. Sehr eigentümlich sah es übrigens aus, wie nach dem zunächst undefinierbaren, klatschenden Geräusch (wer denkt da auch schon ans Baby???), ein eigentlich noch fortbewegungsunfähiger kleiner Körper über den Boden glitt -

 Irgendwann, wenn die Nächte mal wieder ruhiger und ich ausgeschlafener bin, auch ein Bericht zu dem kleinen Kerl ...

Tuesday, January 22, 2013

Armes Kind - !?

Für die Vorschulkinder steht heute ein Ausflug insFreilichtmuseum Skansen an ... bis heute morgen im Auto habe ich mir dabei gar nichts gedacht, aber als mein Blick auf das Thermometer fiel, weil mir so gar nicht warm werden wollte, auch nicht im beheizten Auto, da fing mir das Kind an, ein bisschen leid zu tun. Die Temperaturanzeige lag bei - 10 C° .... hm. Skansen liegt auf einem Hügel, direkt an der Ostsee, da gibt es also zusätzlich Wind, die Temperaturen am offenen Wasser sind immer noch mal etwas niedriger ... Ich bin gespannt auf den Bericht hinterher.

Dann gibt es Neuigkeiten von der Musikschule. Die bietet in diesem Jahr keine Vorschulklasse an. Das klingt zunächst mal ernüchternd, ist mir aber in diesem Fall ganz recht - oder kommt uns sogar gelegen. Bisher mussten die Kinder nämlich einen kleinen Test machen, um so ihr musikalisches Können/Talent/Potential zu zeigen. Im Normalfall finde ich soetwas für 6-jährige eher anstrengend, aber hier hat dieser Test dafür gesorgt, dass auch Kinder Chance auf einen Platz in der Schule bekamen, die vielleicht nicht ganz vorne auf der Liste standen, die aus anderen Kommunen oder gar aus Familien kommen, die im Normalfall vielleicht keine Chance hätten ihrem Kind eine solche Ausbildung zu ermöglichen (billig ist das Ganze deshalb aber trotzdem noch nicht und aufwendig sowieso). Nun gibt es aber ein neues Schulgesetz, dass Eingangsprüfungen für so junge Kinder verbietet. Da die Schule in der Innenstadt liegt, grenzt das aber in diesem Fall erheblich die Auswahl der potentiellen Schüler ein, resp. nimmt eventuell talentierten Kindern aus sozial schwächeren Familien durchaus eine Chance. Aus diesem Grund hat die Schule also eine Ausnahmegenehmigung beantragen müssen, die allerdings noch nicht fertig bearbeitet ist. Bis zum Schuljahresbeginn 2014 will man aber eine Lösung gefunden haben.

In unserem Fall ist das gut, weil wir bisher mehrere Schwierigkeiten hatten. Die hier ansässige Kulturschule, die zu erschwinglichen Preisen Musikunterricht anbietet, hat keine Angebote für Kinder unter 7 Jahre (zum Erlernen eines Instrumentes). Privatunterricht war zu teuer. Ohne Auto und mit dieser Masse an Kindern war die Chance, die billigere und früher mit dem Unterricht einsetztende Kulturschule Stockholms zu besuchen aus organisatorischen Gründen bisher eher unmöglich. Außerdem bietet die genannte Musikschule ein Vorbereitungsprogramm an, in dem Kinder sich ausprobieren und eben auch auf die in der Schule vermittelte Pädagogik einstellen können. Erst jetzt habe ich eine reelle Chance die Tochter daran teilnehmen zu lassen, was aber für das Schuljahr 2013/14 zu spät gewesen wäre. So haben wir ein Jahr länger Zeit, das Kind kann versuchen, ob das musikalische Talent, die Lust und der Wille überhaupt so lange reichen und ich kann mich in Ruhe auf die Deutsche Schule konzentrieren und hoffen, dass sie dort einen Platz bekommt. Manchmal hat das Leben ja doch einfach die Antworten parat, auf die man gewartet hat. Bitte nur Daumen drücken, dass ich jetzt auch tatsächlich einen Platz für sie in der "Lördagsverksamhet" = Samstagswerkstatt = im Vorbereitungsprogramm für das Kind bekomme ... muss heute nach 12 nochmal anrufen und nachhaken.

Monday, September 3, 2012

WOW ...

die letzten Wochen im groben Überblick:

- der Sommer ist vorbei.... und mich plagt der Gedanke an den Herbst/Winter, die Dunkelheit und die Kälte
- schwedische Bücher gelesen, müssen im Blog vorgestellt werden
- zum ersten Mal Autofahren in Schweden - selbst in der Großstadt so entspannt!!!
- zum ersten Mal ein Hybrid gefahren - und gleich mal einen Klassiker abgehakt
- Kinderchaos hoch vier 
- zum ersten Mal wirklich grausame Nächte mit Kindern, die ab 3/4 Uhr morgens der Reihe nach wach
werden, wieder einschlafen, wach werden, nicht mehr schlafen
- 5 Wochen Sohn Nr. 3 - und er wächst und wächst und wächst
- letztes Kindergartenjahr der Tochter hat begonnen
- Sohn Nr. 1 ist jetzt eines der "großen Kinder"
- Nona, Bah-bop  und Aml  - Sprachentwicklung bei Sohn Nr. 2 läuft besser, aber er nuschelt noch sehr (süß ist es aber und auch noch nicht weiter bedenklich und der Sohn ist ein richtiger Strolch)
- was ich schon immer mal zu den Vornamen unserer Kinder sagen wollte 
- Überlegungen zum "Älterwerden" - auch ich bin ab übermorgen "um die 40" --------- uuuuuuuuuuaaaaaaaahhhh .... 

... und vieles mehr, hoffentlich ab morgen hier .... 

Monday, August 6, 2012

Reif für die Insel

Normalerweise würde ich das ja nie zugeben, aber nach den letzten fünf Tagen bin ich wirklich reif für die Insel. Dabei ist es ganz egal, welche Insel. ;o) 
Gestern war ich mit allen vier Kindern im Park (Spielplatz, Kletterbereich, Planschbecken). Erfreulicherweise kam die Nachbarstochter samt kleinem Bruder und ich lief einer Bekannten samt Tochter über den Weg. Ohne diese spontane Verstärkungstruppe hätte ich nämlich mindestens ein Kind verloren, wäre ein anderes im Planschbecken ertrunken und ein drittes vermutlich vom Klettergerüst gestürzt und hätte sich mindestens einen Knochen gebrochen. Nummer 4 wäre derweil auf der Picknickdecke verhungert. Oder aber ich hätte eines der Kinder einfach im Park vergessen. 
Das ist auch so eine Sache, die man jedesmal wieder vergisst. Von eins auf zwei war eine Umstellung, von zwei auf drei war eine Umstellung und bedurfte der Gewöhnung und ja, von drei auf vier ist es auch wieder eine Umstellung. Diesmal musste ich wirklich abzählen (!!!), ob ich denn auch alle Kinder im Blick und somit halbwegs unter Kontrolle hatte. Das sorgte zwischendurch auch für viel Gelächter, aber gestern abend war ich wirklich fertig. 
Erschwerend kommt hinzu, dass ich den Kleinsten im Moment nur in der Bauchtrage habe. Wir haben uns nochmal zum Kauf eines Doppelwagens extra für die zwei Kleinen entschlossen. Modell steht auch schon fest, dieses wird aber in den nächsten Wochen "verbessert" und da wir den Wagen in ein, zwei Jahren wieder verkaufen wollen, warten wir also auf die Einführung des verbesserten Modells. Das erwies sich gestern als suboptimal. 
Aber beim nächsten Mal wird es bestimmt schon einfacher und jetzt kommt auch erstmal der Mann wieder zurück. Diese Woche steht dann noch die Lösung verschiedener anderer organisatorischer Herausforderungen auf dem Plan. Man darf gespannt sein. 

Thursday, August 2, 2012

Leihgabe



OUPS - falsches Kind ;O)
Ein ganz klein bisschen besonders stolz sind wir auf diese Leihgabe. Die Mutter eines Jugendfreundes des Mannes hat uns freundlicherweise diese sich seit mehr als 100 Jahren im Familienbesitz befindliche (und Gott-sei-Dank) sehr stabile Wiege zur Verfügung gestellt. Nicht nur fühle ich mich alleine durch diese Tatsache sehr geehrt, die Wiege passt perfekt in unser Wohnzimmer, wo mir dringend ein sicherer Platz für das kleine Menschlein gefehlt hat.  Uns wird dies alles noch mit dem Wissen versüßt, dass zumindest zwei namhafte schwedische Persönlichkeiten in dieser Wiege ruhten. Ihres Zeichens die großzügige "Spenderin" Ulla, eines der ersten schwedischen Topmodells in den 60ern und ihr Sohn, Nachkömmling eines bekannten amerikanischen Musikers. (Da ich Name-Dropping selbst ziemlich blöd finde, belasse ich es jetzt einfach mal bei diesen etwas wagen Angaben.)Vielleicht nutzt es ja was ... ;O)


Wednesday, August 1, 2012

Einsam - Zweisam

Zum ersten Mal seit rund 4,5 Wochen bin ich heute mal wieder alleine zu Hause. Wenn man von der schlafenden und friedlichen Präsenz unseres Neuzuganges mal absieht. Ein sehr komisches Gefühl auf alle Fälle. Die Zeit mit meiner Mutter und meiner Nichte war fantastisch. Es war richtig schön mal wieder geballte familiäre weibliche Gesellschaft zu haben. Im Falle meiner Mutter hatten wir schöne lange Gespräche, meine Mutter hat mit vielen Kleinigkeiten im Haushalt ausgeholfen und so zu einem reibungslosen Tagesablauf beigetragen. Ich bin immer wieder beeindruckt, wie gut das Hand-in-Hand-Arbeiten ohne groß kommunizieren zu müssen mit den Frauen aus meiner Familie klappt. Meine Nichte hat sich mehrheitlich der Kinder angenommen und auch wir hatten viele lange, schöne Gespräche und haben teilweise Tränen gelacht. Unsere Unternehmungen haben sich, aufgrund des unpraktischen Schwangerschaftsbauches und den Rückenproblemen meiner Mutter, meist auf die nähere Umgebung beschränkt, waren aber trotzdem schön. Leider hat sich der kleinste aller Männer sehr lange Zeit gelassen, sodass meine Mutter wieder in Deutschland war, als er geboren wurde. Der Abschied von beiden viel mir ohnehin schwer, wer weiß, wann ich das nächste Mal in den Genuss so vertrauter, harmonischer und vor allem weiblicher Gesellschaft komme (Wink mit dem Zaunpfahl an meine beiden Schwestern - bitte kommen! ;o) ).
Jetzt sitzt der Mann wieder im Auto auf dem Weg nach Öland, wo sich seine neue Geschäftstätigkeit befindet.  Aus logistischen und praktischen Gründen können die Kinder und ich - anders als geplant - noch nicht mitfahren und so sind heute "die Großen" im Kindergarten. Mir graut es ziemlich vor heute Nacht, da zwar eigentlich die Einbindung des neuesten Familienmitgliedes gut klappt ... aber wenn alle gleichzeitig aufwachen ... schauder .... oder auch nur die zwei Jüngsten .... dann wird es wohl doch ziemlich stressig und laut. Wir haben die Nachbarn aber vorsichtshalber schon mal gewarnt ...

Thursday, June 28, 2012

Drei Beispiele

Heute las ich diesen Post in meinem Lieblings-Nachbarblog und nach eifriger Überlegung möchte ich ihn gerne zum Anlaß nehmen, endlich mal drei Geschichten loszuwerden, die ich schon lange mit mir rumschleppe und die nur aus Zeitgründen und dann mangelndem Anlaß noch nicht im Blog verarbeitet wurden. Bzw., eine der Episoden liegt sogar in Vor-Blogzeiten. Involviert sind in allen Geschichten, Eltern, Fremde, Deutsche, Schweden und Kinder unterschiedlichen Alters. Ich erzähle die Geschichten chronologisch.
a) In einem normalen asiatischen Restaurant in Södermalm am Spätnachmittag zwischen 4 und 5 Uhr. Kein Gasthaus aber beileibe auch kein Nobelschuppen. Ich befinde mich dort mit meiner Schwägerin, deren Töchter (damals circa 4 und 7 Jahre alt), meinem Herzallerliebsten und unserer 2-jährigen Tochter. Wir sind die ersten Dinnergäste, als wir kommen ist das Restaurant leer. Als wir uns an einen Tisch gesetzt haben, nehmen die beiden größeren Mädchen, die das Restaurant zudem sehr gut von regelmäßigen Besuchen mit ihrer Mutter kennen, unsere Tochter und beginnen mit ihr zu spielen (laufen und lachen). Wir vertiefen uns derweil in die Speisekarte und von uns beinahe unbemerkt kommt ein deutsches Ehepaar mit Tochter und deren Freund (beide grob um die 20) herein. Sie setzten sich an den Tisch direkt neben uns. Die Kinder spielen weiter. Auf einmal merke ich, wie Aufregung am Nachbartisch entsteht und schaue erstaunt hoch. Die Bedienung wird gerufen und entrüstet wird auf Englisch gefragt, ob man sich an einen anderen Tisch setzen könnte. Die Lärmbelästigung vom Nachbartisch sei  nicht zu ertragen. Ich merke derweil, wie ich rot werde. Der Kellner führt die Familie wie gewünscht an einen anderen Tisch und ich höre noch, wie auf Deutsch bemängelt wird, dass wir unsere Kinder ja wohl überhaupt nicht unter Kontrolle hätten. Mir ist heiß. Warum? In diesem Fall wäre es so einfach (und den Landessitten entsprechend) gewesen, sich an uns zu wenden und zu fragen, ob wir das Lärmniveau der Kinder etwas senken könnten. Meine Schwägerin sah mich mit tellergroßen, fragenden Augen an und ich sah mich bemüßigt, irgendwie zu versuchen, das ungeschickte Verhalten der deutschen Touristen zu erklären.
b) Letztes Jahr in Deutschland. Ich bin mit meiner Schwester und ihren Töchtern im Schwimmbad. Natürlich liegen wir mit unseren Kindern nahe am Planschbecken. Dieses Planschbecken existiert seit mindestens 30 Jahren an eben dieser Stelle. Seit mindestens 30 Jahren ist die Entfernung zur Toilette die gleiche. Meine Schwester beobachtet entnervt, wie mehrere Mütter ihre Kinder im Alter von 1,5 Jahre bis 4 Jahre in das nur zwei bis drei Meter entfernte Gebüsch tragen und dort Pipi machen lassen. Nach der fünften Mutter fällt auch mir das eigentümliche Gebären auf, meine Schwester schaut mich an und ich winke abwehrend, mit hochgezogenen Schultern, mit den Händen: "Äh, also in Schweden an so einer Stelle, mit vielen Leuten: nein. In der freien Natur - kein Problem. Echter Notfall auf dem Nachhauseweg -auch kein Problem. Aber in einem Schwimmbad mit vielen Besuchern: definitiv nein." So ungefähr lautete meine Stellungnahme. Meine Schwester beginnt die Mütter anzusprechen und freundlich, aber bestimmt (so ist sie nun mal, gelle? :O) ) zu fragen, warum die Mütter ihre Kinder (die ihr Bedürfnis lautstark kundtun) denn nicht zur Toilette bringen. Ungefähr die dritte Mutter wird richtig sauer. Schließlich sei die Toilette ja so dermaßen weit weg und von so kleinen (????) Kindern könnte man nicht erwarten, dass sie das Pipi so lange einhielten. Erstaunt fragt meine Schwester, ob sie denn das Kind während der Fahrt auch ins Auto machen lassen würde, wenn das so gar nicht ginge. Ich persönlich verstehe nicht, warum Kinder vor 30 Jahren das Pipi einhalten konnten und heute nicht mehr. An dem Mehr an Kindern kann es ja wohl kaum liegen. Die betroffenen Mütter haben Glück, die Verbindung zum ansässigen Rathaus sind gut und in diesem Jahr wird ganz in der Nähe des Planschbeckens eine Toilette gebaut. Trotzdem darf man sich fragen....
c) Vor vielleicht zwei drei Monaten im Bus, hier in Schweden. Ich war mit den Kindern auf einer (kindgerechten) Kunstausstellung mit begehbarer Installation. Ideal für eine diesigen Freitag, an dem die Kinder nicht im Kindergarten waren, ich aber (mal wieder) ein Wochenende alleine mit ihnen vor mir hatte. Wir sind auf dem Rückweg, der Bus ist mehr als voll. Glücklich haben die beiden großen noch einen Platz ergattert, sodass sie sicher sitzen konnten. Mir hatte ein älterer Herr den letzten verfügbaren Sitzplatz angeboten, da er aber offensichtlich ein Hüftproblem hatte (Rollator stand vorm Kinderwagen), habe ich dankend abgelehnt und ihm den Platz überlassen. Ich stehe also neben dem Kinderwagen mit dem kleinen Mann. Der ist müde und wird langsam hungrig. Ich weiß das, bin aber aufgrund unseres Ausflugs meines Proviants beraubt. Die Busfahrt sollte noch vielleicht zehn Minuten dauern, der kleine Mann würde hoffentlich einschlafen. Tat er aber nicht. Er fing an zu schreien. Ich versuchte mit ihm zu reden. Gebrüll. Ich gab ihm etwas zum spielen. Gebrüll. ich schaukele den Wagen und singe. Gebrüll. Dank Schwangerschaft müde und erschöpft gebe ich auf, an der übernächsten Haltestelle würde ich ohnehin aussteigen. Hochnehmen konnte ich den Kleinen nicht (hätte ich aber gerne), zwei Mal wurde ich von Busfahrern mehr als angerüffelt, wenn ich dies während der Fahrt, ohne Sitzplatz getan hatte. Auf einmal höre ich, wie hinter mir jemand auf Schwedisch los raunzt, ob ich denn das Kind nicht endlich mal hoch nehmen wolle. Erschrocken drehe ich mich um, identifiziere die Person und entschuldige mich. "Es tut mir leid, mir gefällt es auch nicht das er schreit, aber im Moment kann ich leider nichts machen." Die Frau motzt weiter.  Hilfe suchend schaue ich nach dem Busfahrer (via Spiegel). Keine Reaktion. Etwas deutlicher sage ich: "Ich darf ihn jetzt nicht hoch nehmen, es ist kein Sitzplatz frei." Das sei ja wohl egal. Mir platzt der Kragen. Ich gehe vor zum Busfahrer, um ihm kurz die Situation zu erklären (und Unterstützung zu bitten), der sagt, ich solle die Frau einfach ignorieren. Die Frau belehrt mich weiter. Jetzt gar nicht mehr höflich sage ich ihr erneut, dass es verboten ist, Kleinkinder während der Fahrt aus dem Wagen zu heben, wenn man keinen Sitzplatz hat. Dann solle ich gefälligst mit dem Kind reden und es ablenken. Typisch deutsche Mutter sei das ja wohl, was ich da mache, die wüssten nicht mit Kindern umzugehen. Ich merke wie mir die Tränen hochsteigen, sehe die nächste Bushaltestelle kommen und steige panikartig aus. Der Fußweg ist zwar etwas länger, aber wenigstens bin ich das Gemotze los. Und muss mir nicht mehr anhören, eine kaltherzige Mutter zu sein, die sich keine Mühe gibt. Sicherlich lag ein Kommunikationsproblem vor, vielleicht hat die Frau es gar nicht so gemeint. Aber trotz ihres von Anfang an unfreundlichen Tons hatte ich versucht, ihr entgegen zu kommen.Mir war die Situation ja auch alles andere als angenehm.
Ich habe viele solcher Situationen erlebt -gerade hier in Schweden - die positiv verlaufen sind. Die Leute haben freundlich auf die Störung hingewiesen (entweder uns/die Eltern oder unsere/die Kinder direkt), oder aber helfend eine Hand gereicht (also den Kindern ruhig erklärt, was gerade gar nicht geht) oder aber verstanden, wenn man sie um etwas gebeten hat (neulich, der 1-jährige, der meinem Sohn begeistert und ohne böse Absichten sämtliche Schippen energisch abnehmen wollte samt seinem etwas verpennten Vater ;O) ). Die oben beschriebenen Situationen sind für mich absolute Ausnahmen und gerade deshalb so gut in Erinnerung geblieben. Aber sie zeigen vielleicht, wo das Problem liegt, wenn man "fremde Kinder erziehen" will, sich von Kindern gestört fühlt oder meint, etwas besser zu wissen. Es erfordert Sensibilität und Verständnis, von beiden Seiten.

Wednesday, June 20, 2012

Im Auge des Sturms

(Ah, dramatische Blogpost-Überschriften haben etwas für sich, finden Sie nicht auch?). Also, im Auge des Sturms, da waren wir gestern, heute ist das Chaos wieder über uns hinweg gezogen. Gestern haben der Mann und ich zum ersten Mal seit Wochen einige Stunden alleine zu Hause verbracht und geredet. Also richtige Erwachsenen- und Paargespräche geführt. Wirklich. Ich konnte es ja selbst kaum glauben, mal wieder meinen Mann für mich alleine zu haben, ohne das permanent irgendwer dazwischen quakt oder aufwacht und weint oder hinfällt und weint oder geschlagen wird und weint oder singt, tanzt und lacht oder aber das Sofa auseinander nimmt und als Turngerät missbraucht oder irgendwelche Sachen durch die Gegend fliegen oder .... (bitte tragen Sie hier Ihre persönlichen Kinder-Chaos-Phobien ein).  Beim derzeitigen Trubel hier war das wirklich erholsam, wunderbar, eigentümlich und ja, man könnte sagen, heilsam.
Heute dagegen haben wir Budgets berechnet (hat Spaß gemacht), komplizierte Kundenbesuche abgehakt (hat Spaß gemacht, war ein bisschen wie bei "Wer wird Millionär", manche Kunden sind anspruchsvoller als andere) und Strategien weiterentwickelt und angepasst. Hm, eigentlich eine in vielfältiger Hinsicht sehr spannende Phase gerade. Nicht nur familiär sondern eben auch beruflich. Kompliziert ist, dass wie immer alles gleichzeitig passiert, die guten und die schlechten Dinge und die privaten und beruflichen, aber ach, wenn dann Tage wie heute und gestern dabei herauskommen, soll es mir Recht sein (nur für das Chaos im geliebten Heim hätte ich gerne eine Putze ... man wird ja noch träumen dürfen). :O)

Thursday, June 14, 2012

Grrrrrrr....

Dafür, dass ich mich fühle wie ein Auto, dass man im zweiten Gang versucht auf 80 km/h hochzuziehen, könnte das Leben, der Alltag sich dem jetzt einfach mal anpassen .... zumindest ist es ein schöner Gedanke: In anderen Worten: ich will nur noch Ruhe (an dieser Stelle können wir jetzt alle mal eine Runde gemeinsam laut lachen).

Sunday, June 10, 2012

My kick-ass daughter


Heute war es endlich so weit, das Töchterlein war zum ersten Mal beim Training. Thai-Boxen, um genau zu sein. Warum wir das Kind mit fünf Jahren "einfach so" ins Thai-Boxen schicken, hat mehrere Gründe. Der Onkel, dem der zugehörige Club gehört, hat ihr das Training zum Geburtstag geschenkt. Kampfsport ist eine Familienangelegenheit, sozusagen. Der Onkel ist ein ausgezeichneter und bekannter Thai-Boxer und der Herr Papa ist, nun, sehr bescheiden, aber Kampfsportler durch und durch. Deshalb war es für uns auch nie eine Frage, dass die Kinder - wenn interessiert - auch einmal die eine oder andere Kampfsportart kennen lernen und eben auch trainieren würden. Schließlich habe ich selbst mit dem Mann als Trainer (oder besser: Sensei) in Brasilien kräftig und mit großer Freude trainiert. Von klein auf wissen sie, dass es sich hierbei um einen Sport handelt und dass man niemanden einfach so schlagen darf. Ich hätte die Tochter ja gerne zum Turnen geschickt, aber hier einen Turnverein aufzutreiben ... sie steht mit 2000 anderen hoffnungsvollen Kindern auf einer Warteliste für den einzigen (Elite-)Verein hier in der Gegend. So hatte ich mir das dann doch nicht vorgestellt, weder mit der Liste noch mit der Elite, normales Turnen ohne Liste hätte es vollkommen getan. Der Tanzkurs in der Kulturskolan war nett, entwickelte sich aber überhaupt nicht weiter und das Kind wollte gerne richtig Tanzen, also auch Stretchübungen machen, an der Stange stehen, usw. Es gibt natürlich die Ballettakademie in der Stadt, aber hier haben wir wieder zwei Probleme: Akademie = teuer, sehr teuer, und in der Innenstadt - ich mit drei (bald vier) Kindern alleine ... öhm. Im nahe gelegenen Fitnessstudio gibt es noch ein Tanzangebot für Kinder, das wird es im Herbst dann wohl gemeinsam mit der Nachbartochter werden. Ach ja, womit wir massenhaft bedacht wurden, sind Einladungen zu den diversen Fußballclubs in der Gegend. Nun ist Fußball bei uns auch eine große Sache (brasilianische Wurzeln, Vater selbst mal aktiver Spieler, usw.) nur: das interessiert die Tochter überhaupt nicht. Den Sohn, der beidfüßig drauflos kickt und im Kindergarten gerne mehrere Stunden Fußball spielend im Freien verbringt, schon eher. Nächstes Jahr im Herbst dann also, wenn er fünf wird. Denn unter fünf Jahren ein vernünftiges Sportangebot zu finden scheint hier - wie oben beschrieben - eher etwas schwierig. Da lobe ich mir doch das deutsche Vereinswesen mit seinen vielen Angeboten.
Die Tochter aber war stolz, denn Kampfsport findet sie trotz starker Tendenz zur Farbe Rosa und allen Dingen "weiblich" dann doch gut  ... ;O)

Surreal und süß

Die Lage hat sich hier zwar (zumindest was das Arbeitspensum angeht) etwas beruhigt, aber die Windpocken haben uns noch fest im Griff. Oder wenigstens aber den kleinsten der hier zahlreich vertretenen Männer. Während die Tochter das ganze innerhalb von drei Tagen ohne weiteres Drama hinter sich brachte, blubberte und blähten sich fiese kleine (und fiese große, sehr große) Wasserbläschen hauptsächlich auf dem Kopf und im Gesicht des kleinen Mannes auf. Verzweifeltes "Einschäumen" mit dem bisher so erfolgreichen "Wunder-Schaum" half überhaupt nichts, es wurden einfach mehr und mehr und sie blähten sich auf und sie platzten und mir wurde dann langsam doch ein bisschen Bange und so griff ich nach Rücksprache mit dem Arzt auf ein altbewährtes Hausmittel zurück: Kartoffelmehl. Und siehe da, nun sieht der kleine Mann nur noch ein bisschen aus wie ein surreales Kunstwerk und nicht mehr wie ein von einem gefährlichen, außerirdischen Virus befallener Streuselkuchen (um mal sämtliche Assoziationen, die mir in den letzten Tagen so durch den Kopf gingen, in einen Satz zu packen). Kurz und gut: das Kartoffelmehl bewirkte rasch die erwünschte Verkrustung der fiesen Windpocken und nun befindet sich der kleine Mann auf dem Weg der Besserung. So viel zum surrealen Teil.

Besonders süß (wenn auch langwierig) war es heute, als ich ihn ins Bett brachte. Der kleine Mann schläft ja noch bei uns im erweiterten Familienbett (also mit ran geschobenen Kinderbett). Das wird auch noch eine Weile so bleiben, auch wenn der kleine Bruder da ist, wir sind es gewohnt, es funktioniert gut für uns und wirklich eng wird es nur, wenn morgens Mademoiselle und der ältestes Sohn nochmal zu uns gekrabbelt kommen (man könnte sagen, dann ist das Boot voll). Ich saß heute also wie immer mit dem (gesprenkelten und verkrusteten) kleinen Mann auf dem Bett und hielt noch ein Gute Nacht-Schwätzchen (natürlich erst, als wir brav den Autos vor dem Haus Gute Nacht gewünscht und gemeinsam die Jalousien herunter gelassen hatten). Momentan interessiert sich der kleine Mann sehr für Körperteile und jeden Abend muss ich "Nase.", "Mund.", "Zunge.", "Augen.", "Wimpern.", "Ohren." ungefähr 150 Mal wiederholen. Heute waren dann auch mal wieder die Füße dran, und da der kleine Mann empirisch vorgeht, hat er gleich auch noch nachgesehen, ob Mama auch Füße hat. Die waren tatsächlich in Socken versteckt, also mussten die Socken weg. Und dann musste er die Socken selbst anprobieren. Das fand er sehr lustig, den diese Socken waren, gemessen an seinen Füßen, natürlich riesig. Außerdem mussten wir die Körperteile heute auch noch bei allen Kuscheltieren genauestens unter die Lupe nehmen. Zwischendurch kamen noch die Geschwister rein und wünschten mehrmals mit Küsschen hier und Küsschen da, ebenfalls eine Gute Nacht. Dann entdeckte der kleine Mann den Bauch. Kleiner Mann - Bauch. Mama - Bauch. Im Bauch - Jakob. Jakob ist ein Baby. Irgendwie ist die Nachricht wohl so ein bisschen angekommen (wir wollen das jetzt nicht überbewerten, was ich gleich schreibe, aber zumindest war zum ersten Mal die Reaktion so deutlich, hat also das Mama mit sichtbaren Baby-im-Bauch-Bilder zeigen vielleicht doch geholfen???). Begeistert beugte sich der (bisher) Jüngste über den Bauch, schmatzte drauf los und sagte "Ba-buh", was wohl Jakob heißen sollte. Und dann fing er an, sich mit dem Bauch zu unterhalten (?). Er zeigt ihm einen Kuscheltier-Hasen, brummelte drauf los, beugte sich wieder über den Bauch und sagte "Ba-buh" und fing an zu singen. Der Herzallerliebste hat das nur wenige Male vor ihm gemacht (allerdings ohne Zeigen von Gegenständen und Unterhaltung), fällt mir gerade ein, vielleicht hat er sich daran erinnert. Süß war das ganze Prozedere  (also ganz von Anfang an, mit Körperteilen, Kuscheltieren und Bauch-Gesprächen) aber auf alle Fälle und deshalb definitiv wert, festgehalten zu werden. ;0) Gute Nacht!

Monday, May 28, 2012

Was bisher geschah ...

Nachdem ich jetzt wochenlang abgetaucht war, fragt sich der geneigte Leser natürlich, was denn hier los war. Einiges, kann ich Ihnen versichern, einiges. Und einiges habe ich bisher wohlweislich sogar ... VERSCHWIEGEN ...
So im Allgemeinen:
- eine ziemlich lange Phase Winter/Vorfrühling/Winter/bisschen mehr Frühling/Winter/endlich Frühling. Wer das wie ich jetzt drei Mal mitgemacht hat, diese eigentlich langen Winter, ob nun mit oder ohne Schnee, der will allmählich wieder in südlichere Gefilde (Äquatornähe ist erwünscht). Wenigstens im Winter. Im Sommer ist Schweden dann nämlich so schön, dass man gar nicht weg will und einzig schrecklich ist nur der Gedanke an den nächsten Winter, der einen permanent plagt. Als ich das neulich meiner Nachbarin erzählte, meinte die nur, ich sei schon richtig schwedisch geworden.
- der jüngste Sohn hat sich vom Baby zum Kleinkind entwickelt und so langsam fängt er auch mal an zu sprechen, was für unsere Kinder die Quasselstrippen ja bisher recht spät ist. Er fängt an sich für fein-motorische Bewegungen und Bücher zu interessieren. Eine Weile war ich da fast schon besorgt, wie sich zeigt, aber ohne Grund. Auch die Sache mit der Geduld hat sich wesentlich verbessert, aber nur bei Sachen, die er sich selbst ausgesucht hat, alles andere ist uninteressant und wird energisch zur Seite gewischt.
- der mittlere Sohn kam eines schönes Morgens aus seinem Zimmer geschlurft, schaute mich an und sagte: "Mama, heute will ich keine Windel anziehen." Gottlob und Halleluja, darauf hatte ich seit seinem 3. Geburtstag sehnlichst gewartet, auch wenn es nur noch Pipi-Windeln waren. Aber seit dem ist er trocken. Gewachsen ist er auch und Riesen-Füße hat er bekommen, quasi über Nacht. Die Trotzphase, die er zwischenzeitlich noch durchgemacht hat, lasse ich jetzt mal außen vor.
- Ostern war schön. Ein Familien-Erholungswochenende, nachdem der Herzallerliebste wochenlang viel unterwegs war
- die Tochter feierte ihren 5. Geburtstag. Ausgiebig. Kurz mit uns, dann mit Freundinnen und schlussendlich nochmal im Kindergarten. Alles zog sich irgendwie über ein Wochenende und ich habe einen ordentlichen Back-Marathon hingelegt. Das Kind hatte Monate vorher schon exakte Pläne für diesen für sie offensichtlich unglaublich wichtigen Geburtstag ausgearbeitet und weil wir hier ohne erweiterte Familie auskommen müssen, fühlten wir uns irgendwie verpflichtet, dem auch gerecht zu werden. Nächstes Jahr dann wieder in etwas kleiner, aber das Kind war glücklich und das war das schönste an der ganzen Sache.
- die Tochter hat ihren ersten Zahn verloren. Zu meinem großen Schock. Tagelang lief sie herum und sagte, sie hätte einen Wackelzahn. Ich (die ich den ersten Zahn mit 7 oder 8 verloren habe) hielt das für so unwahrscheinlich, dass ich noch nicht mal auf die Idee kam, nachzusehen, ob die Behauptung den wahr ist.  Dann stand sie auf einmal da, mit Blut im Mund und Zahn in der Hand (so ungefähr jedenfalls). Als ich feststellte, dass es sich um denselben Zahn handelte, den sie mit zarten fünf Monaten zuerst bekommen hatte, erwischte mich eine Welle mütterlicher Sentimentalität und mir stiegen tatsächlich die Tränen in die Augen. So groß ist mein Mädchen schon.
- irgendwie schafften wir es mitten im Chaos für zwei Tage auf eine Insel zu fliehen. Wir hatten Glück mit dem Wetter, es war sonnig und trocken und die Kinder genossen es, einfach mal ohne auf Autos achten zu müssen durch die Gegend rennen zu können. Wir schwammen, aßen gut, schliefen viel und waren viel im Freien, haben im Sand gebuddelt und Steine gesammelt, alles ganz ohne Motorenlärm und mit permanentem Blick aufs Meers - so schön.
- der Mann und ich fingen schon im letzten Jahr an, mit einem guten Freund eine neue Geschäftsidee zu entwickeln. Das ganze lässt sich gut an, hat uns aber die letzten zwei drei Monate besonders beschäftigt und jetzt ist die Firma bald vollständig von den Behörden zugelassen und dann können wir unsere Tätigkeit aufnehmen. Solange aber fällt das Projekt noch unter "geheim".
- für den Herzallerliebsten ergaben sich berufliche Veränderungen, erst zum besseren und dann zurück auf alles-wie-immer, was uns irgendwie ziemlich gebeutelt hat, vor allem wegen der Abstimmung von Arbeitszeit und Familienleben. Wenn ich demnächst wieder Wochenende nach Wochenende alleine mit drei Kleinkindern verbringen muss, gebe ich mir die Kugel.
- Morgen lasse ich dann die Katze aus dem Sack. Aber bis dahin müssen Sie sich noch gedulden. ;O)

Wednesday, July 13, 2011

Kapazitätsgrenze

Ich bin diesmal per Billig-Airline nach Deutschland geflogen und trotz starker Vorurteile meinerseits war es sogar eine recht angenehme Erfahrung. Man reichte mir hilfreich die Hände, beim Einsteigen, beim Setzen, beim zur Toilette gehen (versuchen Sie das mal mit zwei Kleinkindern und einem Baby, spannend).

Hinterher beschlich mich aber ein fürchterlicher Verdacht: vielleicht sah ich ja einfach auch so furchtbar mitleiderregend aus, dass man gar nicht anders konnte, als mir zu helfen? Ich, bepackt mit Windeltasche und Handtasche, sowie einem Handgepäckstück, zwei Kleinkindern und irgendwie noch einem Baby auf dem Arm???

(Meine Schwester behauptet allerdings, ich hätte ganz entspannt ausgesehen.)

Die Wahrheit liegt vermutlich irgendwo im Reich des Unergründlichen, denn ich für mich habe so im Stillen beschlossen, dass es dann mit zwei wilden kleinen Kerlen und einer Prinzessin in Ausbildung genug ist. Also auf alle Fälle was das Fliegen anbelangt.

Thursday, June 16, 2011

Hurra, wir leben noch!

Eigentlich, also wenn man es ganz genau nimmt und sich so die letzten zwei, drei Jahre anguckt, dann leben wir im Moment doch irgendwie ziemlich entspannt. Okay, dabei blende ich aus, dass der Mann immer noch zu unchristlichen Zeiten arbeitet und unser Wochenrythmus deshalb immer noch ein Desaster ist, und natürlich ist jetzt auch Sommer, aber so abgesehen davon: eigentlich alles ziemlich toll gerade. Deshalb kam ich auch überhaupt nicht zum schreiben. Und weil ich an den wenigen Tagen, an denen ich doch hätte schreiben können, doch just meistens alleine war mit unseren drei Rabauken, ja deshalb war es hier so ruhig. Oft habe ich schon abends um 20 oder 21 Uhr mein Kissen geküsst und seelig bis in den frühen und leider viel zu hellen Morgen geschlummert. Mittlerweile zur Normalität geworden ist das Aufwahttp://www.blogger.com/img/blank.gifchen morgens um 5 bei strahlendem Sonnenschein und mit dem panischen Gedanken: Habe ich jetzt verschlafen??? Ist es etwa schon 8 Uhr oder später und die Kinder müssten schon auf dem Weg aus dem Haus sein???

In der Zwischenzeit hat uns auch meine Schwester mit jüngster Tochter besucht und wir hatten fantastische 8 Tage, würde ich jetzt glatt mal so behaupten. Ich konnte endlich mal ins Vasamuseum (SEHR EMPFEHLENSWERT, also zumindest für die anderen Historiker unter uns und besonders Storebror zeigte sich interessiert und beeindruckt), nach Schloss Drottningholm (so schön, so skandinavisch, wie aus dem Bilderbuch) und wieder mal nach Skansen. Alles bei fantastischem Wetter und in der absoluten Touristen-Vorsaison. Eine Foto-Op nach der anderen, die ich dank Digitalkamera mit Macke alle ungenutzt verstreichen lassen musste. Noch ein Grund, warum hier nichts passiert ist. Wer will heutzutage schon einen Bericht über eben jene Ausflugsziele ohne ein einziges Foto lesen (und wer will die auch schreiben .... und wann ... )
Die einzige, die permanent während des Besuchs meiner Schwester gegrummelt hat, war Storasyrran. Nach tiefgehender Analyse haben wir dann festgestellt, dass sie es leider kaum gewohnt ist, mit "Gleichgestellten" zu tun zu haben, was die junge Dame dann auch glatt als Bedrohung ihres andauernden "statut extraordinaire" als entweder jüngste oder älteste einer Gruppe ansieht. Aber im Juli hat sie dann ausreichend Gelegenheit das zu üben, da sind wir nämlich satte vier Wochen in Deutschland. Urlaub im Süden auf Skandinavisch, oder so ähnlich ...

Heute kommen dann meine Eltern und am Sonntag verdrücken wir uns alle für eine Woche auf eine Insel im Schärengarten. Deshalb werde ich mich dann auch gleich mal im mobilen Bloggen versuchen, so kann ich dann hoffentlich wenigstens direkt mal den einen oder anderen Schnappschuss mit kurzem Kommentar einstellen: auf das sich dieser Blog wieder etwas beleben möge!!!

Thursday, March 31, 2011

Ein Hauch



Ein Hauch von Frühling liegt in der Luft. Endlich. In den Wochen seit dem letzten Bloggeintrag haben hier die Jahreszeiten sprichwörtlich miteinander gerungen und heute habe ich zum aller ersten Mal das sichere Gefühl, dass der Frühling endlich die Übermacht gewonnen hat. So hoch im Norden ist der Frühling ein sehr spätes und dann sehr kurzes Vergnügen.

Daneben waren wir sehr im Klein-Klein verstrickt. Die neue Familienkonstellation gab uns dann doch mehr zu denken als erwartet, die kleinen Großen mussten sich erst an die Situation gewöhnen und wir auch. Ich beneide ja immer sämtliche Familien, bei denen alles so schön geregelt ist, sei es durch zuverlässige Arbeitszeiten oder eine hunderprozentige Rollenaufteilung oder die Tatsache, dass man vor den Kindern schon gefühlte hundert Jahre zusammen war ... nicht, dass ich mich ernsthaft über unser Leben beschweren würde. Aber manchmal müssen wir doch mit uns und den Umständen ringen, bis wir die richtigen und guten Lösungen gefunden haben. Aber dann: wer muss das eigentlich nicht. Zumindest bin ich jetzt glaube ich wieder bereit für ein paar schnell hingeworfene Gedanken zum Leben, Geschichten von den Kindern und für meine qualitativ vollkommen unprofessionellen Fotos ... hö! Davon gibts auch gleich mal welche, auch noch mit der schlechten Handy-Kamera gemacht. Es lebe der Diletantismus!!! Ein Hoch auf den Frühling!!!