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Friday, April 11, 2014

Was Süßes zum Wochenende

Bisher wurde er ja gnadenlos vernachlässigt, der jüngste Sohn. Also rein blog-technisch, im wirklichen Leben ist das bei dem Organ kaum möglich, selbst wenn man wollte. Er ist ein Herzchen, der jüngste Sohn und mit seiner vollen Haarpracht süß anzuschauen (findet jedenfalls die Mutter).

So lieb kann man dem großen Bruder bei seinem Auftritt zuschauen.

Man könnte es die perfekte Tarnung nennen. In Wahrheit ist dieses Kind nämlich gar nicht das jüngste in der Familie. Es ist mindestens  das Zweitälteste oder sogar das Ältestes. Manchmal ist es auch ein Elternteil und dann schimpft es mit erhobenem Zeigefinger mit den Geschwistern lauthals - wahlweise auch mal mit der Mama, beim Papa hat er dann doch zuviel Respekt -  weil diese etwas falsch gemacht haben oder nicht hören. Erklärungen und Ermahnungen sind lustig und können weggelacht werden, ganz klar. Überhaupt, mangelnde Größe ist kein Grund, nicht an alles zu kommen. Mangelnde motorische Fähigkeiten auch nicht. Man macht halt einfach und klettert soweit man kommt. Irgendwie wird man schon gerettet, wenn es nicht weitergeht. Sollte man doch mal wieder auf den Kopf gefallen sein, kann man aber, nachdem man lauthals brüllend verkündet hat, wie weh das doch getan hat, nach 2 Sekunden genauso weitermachen wie bisher. Warum sollte man auch was ändern? Bei fünf waghalsigen Aktionen geht ja nur einmal etwas schief, ist doch ein guter Schnitt. Absoluter Nervenzusammenbruch ist derzeit angesagt, wenn man in den Autositz gehoben wird, weil man es partout nicht schafft von alleine hineinzuklettern. Man wirft sich zurück, brüllt aus vollem Hals, macht sich steif und liefert der Frau Mama einen echten Ringkampf, bis man sich immernoch brüllend anschnallen lässt. Ein zuverlässig wiederkehrender zweimaliger Höhepunkt meiner Wochentage!!! Überhaupt ist es schwer verständlich, warum das Auto nicht zum extra Spielzimmer erklärt werden kann. Diese Klettermöglichkeiten! Es blinkt! Es hat viele interessante Knöpfe! Verweigerung ist auch nicht akzeptabel, denn: wenn man etwas haben will, dann will man es auch haben. Egal, ob es der älteren Schwester gehört oder einfach nur gefährlich ist. Man bekommt es nicht? Man brüllt. Laut. Oder man nimmt den gewünschten Gegenstand und erledigt damit den Gegner (Autos/großer Bruder/Kopf).
Die zwei Jüngsten beim Klettern in Kisten, die aus unerfindlichen Gründen längere Zeit in unserem Wohnzimmer herumstanden.

Sehr beliebt: der Mama morgens beim Schminken im Bad zuschauen. Hat sie die Kosmetiktasche auf dem Waschbecken vergessen: ran an die Mascara und Kriegsbemalung auf die Wangen!!! Passiert mindestens dreimal die Woche .... (ich lerne es halt auch nicht, aber so ohne Kaffee am Morgen).
Am Tisch zeigen sich auch interessante Verhaltensweisen: ist man nicht mehr hungrig und hat noch was auf dem Teller, dann entsorgt man den Rest in einem unbeobachteten Moment einfach ganz schnell unter dem Tisch. So sieht es dann wenigstens aus, als hätte man alles gegessen.

Im Allgemeinen ist er aber eine Frohnatur. Man darf ihn nur nicht ägern.

Auf der anderen Seite: er ist auch empathisch. Immer wenn der nächstältere Sohn weint, weil er sich wehgetan hat, kommt der jüngste zuverlässig angesaust und will umarmen und trösten, streicheln und küssen. Überhaupt, gelegentliche Zuneigungsbekundungen sorgen für eine gute Grundstimmung, soviel hat er verstanden. Seitdem werde ich häufiger energisch geküsst, vornehmlich wenn wir uns auf gleicher Höhe befinden (logisch). "MAMA!" sagt er dann, dreht meinen Kopf in Position und schmatzt mir schmallippig mit breitem Grinsen auf die Wange. Außerdem kann er ganz entsetzlich süß gucken, wenn er einen um den kleinen Finger wickeln will - was soll ich sagen, es funktioniert. Alle anderen haben es ja vor ihm auch geschafft. 
Außerdem tanzt und singt er gerne. Am besten ist es, wenn er die Schultern lässig im Takt hochzieht und wieder fallen lässt oder die Star Wars-Titelmusik versucht zu summen. (Verseucht, durch den ältesten Sohn.)


Monday, August 19, 2013

Erstens kommt es anders

... und zweitens als man denkt.

Was war ich mir sicher, dass unsere Tochter auf die Deutsche Schule gehen würde. So was von sicher. Irgendwann nach dem letzten Blog-Eintrag im April kam dann endlich der heiß-ersehnte Brief von der Schule. Selbstredend mit einer Absage. Im Sinne von: wie immer war die Nachfrage groß, leider konnten wir Ihrem Kind keinen Platz anbieten. Wir wünschen Ihnen alles Gute. Ich kochte, tobte und war verzweifelt. Ich hatte das eindeutige Gefühl, als Elternteil vollkommen versagt zu haben und meine Tochter im Stich gelassen zu haben. Nie, nie, nie würde dieses Kind, das neben Schwedisch ja eigentlich ziemlich gut Deutsch spricht und wenn es sein muss auch Englisch, also nie würde dieses Kind 100-% Zweisprachler werden. Kein doppelter Schulabschluss. Kein gemütlicher Altbau aus Backsteinen mit nur zwei Klassen pro Jahrgang. Alles ganz entsetzlich. Der Herzallerliebste blieb (schwedisch) pragmatisch und rief bei der Schule an. Warum man das Kind nicht angenommen hätte? Die Sekretärin kam mit unterschiedlichen Vorschlägen: zu kurz auf der Warteliste (seit 3 Jahren). Sprachkenntnisse nicht ausreichend (beim Vorstellungsbesuch vom Direktor gelobt für das nette zweisprachige Gespräch). Zu jung (nein, im April geboren). Ja, dann wüsste sie auch nicht so genau warum eigentlich. ..... Ob wir auf die Warteliste wollten (nein, wir waren sauer. Haben uns aber trotzdem auf die Warteliste setzen lassen. Eigentlich nur aus Prinzip. Doofes deutsches Schulsystem.).
Man muss mir meine etwas kindische Reaktion verzeihen. Ich selbst bin glücklich überlebendes Opfer des deutschen Schulsystems. Mit reiner Mädchenklasse, katholischem Gymnasium (damals noch mit wöchentlichem Schulgottesdienst (mit Anwesenheitspflicht) und übrigens einer fantastischen Nonne als Klassenlehrerin), Klassenwiederholung, Schulwechsel, Schulwechsel, usw. Bis zum bitteren Ende als mir die Institutssekretärin freudestrahlend mein MA-Zertifikat überreichte. ;0) Sie verstehen das gespannte Verhältnis, ja?

Mein nächster, sehr pragmatischer Gedanke war: Verflixt, dann eben doch auf eine kommunale Schule in der Heimatkommune. Wir sind schließlich immer noch in Schweden und auch wenn man den Spitzenplatz in der Schulbildung gerüchteweise an Finnen und Niederländer abgeben musste - sooooo schlimm kann das ja selbst in einer Kommune mit zweifelhaftem Ruf aber netten Einwohnern doch gar nicht sein. Ich begann mich genauer umzuhören, schließlich hatte ich ja drei Schulen als Pflichtwahl angegeben und das Ergebnis war .... katastrophal. Die Schule auf der das Kind angemeldet war. ist erstens groß (rund 1000 Schüler bis einschließlich Klasse 9), zweitens permanent personalmäßig unterbesetzt (die größeren Kinder sollen dann als Vorbilder für die kleinen fungieren) und insgesamt ist die Instandhaltung der Schulen in der gesamten Kommune eher .... lieblos (schmeichelhaft ausgedrückt). Mir war nicht mehr nur schlecht, mir war k...übel. Eine Schule in unserer Nähe wurde mir als wenigstens solide empfohlen. Also wurde das Kind dort panisch eingeschrieben. Kurz darauf statteten wir dieser Schule einen Besuch ab und wurden von einer sehr, sehr netten Lehrerin und Direktorin empfangen. Der Zustand der Gebäude war allerdings leicht gräuslich und trotz im letzten Jahr groß angekündigter Sanierungsmaßnahmen war offensichtlich noch gar nichts passiert. Die Schülerzahl war geringfügig besser und das Betreuungkonzept klang gut, bis wir erfuhren, dass für dieses Schuljahr 80 Kinder in der Nachmittagsbetreuung mit maximal 6 Lehrern angesetzt waren.... wenn dann alle 6 Lehrer gleichzeitig mal da wären, bedeutete dies ein Betreuungsverhältnis .... im Geiste hing ich über der Kloschüssel.

Mittlerweile hatte ich nämlich das Prinzip Vorschule verstanden: während der Unterricht im klassischen Sinne in diesem ersten Schuljahr, das hier bewusst mit Klasse 0 bezeichnet wird, nur einen Teil ausmacht (Rechnen und Zahlen bis 10, wenn individuell möglich erstes Lesen und etwas Schreiben, Sport, Hygiene) geht es darum, die Kinder anhand unterschiedlicher thematischer Aktivitäten an das Lernen und eigenständiges Arbeiten heranzuführen. Um Kinder auf diese Weise auf die Schule einzustimmen, braucht es eben Personal und das nicht nur in den 3, 4 Schulstunden Unterricht, sondern besonders gerade in den Betreuungszeiten davor und danach. Also fing ich an, mögliche Schulen in Stockholm anzurufen. Das 2007 ein geburtenstarker Jahrgang war, wusste ich ja schon. Manche waren empört, dass ich überhaupt einfach so anrief, man hatte alle Plätze gefüllt und musste viele andere Kinder abweisen, andere setzten uns auf Wartelisten mit unterschiedlichen Erfolgsaussichten (die Warteliste der englisch-chinesich-schwedisch-sprachigen Montessorischule umfasst rund 5000 Kinder, wie man mir mitteilte ;o) ) und  eine andere  Schule erbot sofort einen Platz, was irgendwie auf nichts Gutes schließen lies. Eine kurze Recherche brachte eine mangelhafte Bewertung durch das Schulwerk zu Tage. Nach rund einer Woche bangen bekam ich dann eine freundliche E-Mail einer englisch-schwedisch-sprachigen Schule. Man hätte einen Platz, wir sollten uns bitte schnell melden. Ich antwortete umgehend und ein paar Tage später waren wir zum Gespräch in der Schule. Der Direktor wirkte kompetent und freundlich, das Schulkonzept gefiel uns und vor allem befand sich die Betreuung auf einem Niveau, das für Schweden als normal angesehen werden kann. 27 Kinder in einer Klasse (leider 2 mehr als mir lieb wären, aber ok) und drei Lehrer, davon ein Englisch-Lehrer, eine Schwedisch-Lehrerin und ein Vorschullehrer, die gemeinsam ihre Klasse von Morgens bis Mittags circa 3 Uhr durch den Tag begleiten, als Team. Mir ging es schlagartig wieder besser. Die Schülerschaft ist sehr international gemischt. Das Gebäude ist zwar auch ein etwas liebloser Betongbau, aber wenigstens anständig in Schuss gehalten und mit viel grün drumherum (auch wenn ganz unten eine Hauptverkehrsstraße entlangläuft so wirkt der Schulhof doch noch in bescheidenem Maße idyllisch).

Was mir spontan auch zusagte war die Bilingualität, da ich glaube, dass besonders unsere Tochter es leicht hat, Sprachen zu lernen und ich gerne dieses Talent fördern wollte. So kann sie nun ihr Englisch perfektionieren. Glaubt man dem aus Großbritannien stammenden Englischlehrer, so könnte sie in einigen Wochen vollständig flüssig im Englischen sein, was natürlich auf ihren Vorkenntnissen und der Tatsache beruht, dass wir zu hause täglich Englisch sprechen. Im Moment versuche ich noch den Muttersprachenunterricht organisiert zu bekommen, denn leider ist sie das einzige Kind mit Deutsch als Muttersprache an der Schule (wir hatten überlegt sie in den Hindi-Unterricht rein zu schmuggeln ;o) ) und theoretisch hätte sie Anspruch auf 5 Stunden pro Woche. Wenn es aber für dieses Halbjahr noch nicht klappen sollte, dann hoffentlich für das nächste, ich müsste sie dann nämlich an einem oder zwei Tagen noch an eine andere Schule bringen.

Seit Dienstag ist die Tochter also in der Schule und im Moment ist sie hochmotiviert. Mal sehen, wie lange das anhält. Jeden Morgen liefern wir sie zwischen 8 und 8:30 Uhr ab, sie kann dann noch in Ruhe frühstücken und um 9 beginnt der Unterricht. Abholen werde ich sie in Zukunft um circa 15 Uhr. Glücklicherweise liegt der Kindergarten auf der Strecke, sodass die Jungs alle mit ihr in einem Schwung gebracht und abgeholt werden können. Vorläufig heißt das für uns erstmal: Ende gut, alles gut.

Monday, January 28, 2013

6 Monate





Ist er nicht süß, wenn er die gewünschte Aufmerksamkeit erhält. ;O)  Aber oh! - wenn es mal nicht so läuft, wie er sich das denkt. Oder er gar alleine auf dem Boden spielen soll. Am liebsten liegt er in seiner Wippe -  vermutlich wegen der besseren Aussicht - und wippt wie ein Wilder durch die Gegend.  Mit fünf Monaten hat er es einmal geschafft, sich mit viel Schwung aus der in Liegeposition befindlichen (!!! - weshalb die gestresste Mutter ihn auch nicht gleich gesichert hatte) Wippe zu katapultieren  .... außer einem großen Schreck aller Beteiligten und ein auf dem Bauch über den Boden rutschendes Baby ist aber nichts passiert. Sehr eigentümlich sah es übrigens aus, wie nach dem zunächst undefinierbaren, klatschenden Geräusch (wer denkt da auch schon ans Baby???), ein eigentlich noch fortbewegungsunfähiger kleiner Körper über den Boden glitt -

 Irgendwann, wenn die Nächte mal wieder ruhiger und ich ausgeschlafener bin, auch ein Bericht zu dem kleinen Kerl ...

Wednesday, January 16, 2013

Es wird Ernst





Jedenfalls zunächst einmal für uns Eltern. Die Anmeldungen und Kennenlerngespräche an den Schulen werden aktuell. Ja, ganz richtig, an den SchulEN. Zwar gibt es hier in Schweden natürlich kommunale Schulen, aber eben auch viele sogenannte Freischulen, also Schulen, die andere Träger als den Staat haben. Das vergrößert die Auswahl hier in Stockholm natürlich erheblich, den jedes Kind hat grundsätzlich das Recht auf freie Schulwahl, auch über Kommunengrenzen hinweg. Klingt prima, oder? Es hat natürlich aber auch einen Haken. Sämtliche Schulen (außer den kommunalen) haben ... na, wer weiß es? Wer erinnert sich noch an den Turnverein? Ja, genau, Wartelisten. So stehen unsere Kinder also schon seit ewigen Zeiten auf den Listen zweier Schulen in Stockholm selbst: einmal auf der Liste für die Deutsche Schule und auf der Liste für eine Musikschule. Damit sind wir etwas ehrgeiziger als die durchschnittlichen schwedischen Eltern, aber hängen den durchschnittlichen Stockholm-Eltern, die ihr Kind vorsorglich auf die Liste sämtlicher nur annähernd in Frage kommender Schulen setzen, längst hinterher. Trotzdem muss ich unser Töchterlein natürlich auch für die kommunalen Schulen in ihrer Heimatkommune anmelden, damit sie nach dem Sommer aber auf jeden Fall in die Grundschule eingeschult werden kann. Drei Möglichkeiten muss ich dort angeben. Dabei gibt es noch eine schwedische Besonderheit, die ich bisher nur halb erfasst habe. Die Kinder kommen mit 6 Jahren in einer Art Übergangsklasse, die die Umstellung vom Kindergarten in die Schule erleichtern soll, offiziell "Förskoleklass" genannt. Auch nach sämtlichen Erklärungsversuchen habe ich bisher nicht ganz verstanden, was genau der Unterschied zu einer normalen, ersten Grundschulklasse ist, aber bald ist ja der erste "Offene Tag", also die erste Informationsveranstaltung einer der Schulen, da wird mir das hoffentlich alles etwas klarer.
Derweil zittere und bibbere ich hier - schließlich muss die arme Tochter ja wieder für sämtliche Geschwister "testlaufen" - ist die Deutsche Schule das richtige? Oder doch lieber das schwedische Schulsystem, das genau das Gegenteil des Deutschen ist? Vielleicht doch noch für eine realistische Chance auf der (ziemlich anspruchsvollen) Musikschule kämpfen? Und wenn kommunale Grundschule, welche ist die beste? Oder doch noch eine englischsprachige, internationale Schule? Es gäbe da eine Möglichkeit, allerdings gegen Schulgeld .... (schließt die ansonsten eigentlich fantastisch klingende Schule aber fast ganz wieder aus - bei vier Kindern!).  So telefoniere und maile ich hier jetzt also schon seit Tagen vor mich hin und hoffe heiß und innig, das am Ende irgendwie das richtige Ergebnis rauskommt und unser Kind tatsächlich so ganz richtig lesen und schreiben lernt ...

Monday, September 3, 2012

WOW ...

die letzten Wochen im groben Überblick:

- der Sommer ist vorbei.... und mich plagt der Gedanke an den Herbst/Winter, die Dunkelheit und die Kälte
- schwedische Bücher gelesen, müssen im Blog vorgestellt werden
- zum ersten Mal Autofahren in Schweden - selbst in der Großstadt so entspannt!!!
- zum ersten Mal ein Hybrid gefahren - und gleich mal einen Klassiker abgehakt
- Kinderchaos hoch vier 
- zum ersten Mal wirklich grausame Nächte mit Kindern, die ab 3/4 Uhr morgens der Reihe nach wach
werden, wieder einschlafen, wach werden, nicht mehr schlafen
- 5 Wochen Sohn Nr. 3 - und er wächst und wächst und wächst
- letztes Kindergartenjahr der Tochter hat begonnen
- Sohn Nr. 1 ist jetzt eines der "großen Kinder"
- Nona, Bah-bop  und Aml  - Sprachentwicklung bei Sohn Nr. 2 läuft besser, aber er nuschelt noch sehr (süß ist es aber und auch noch nicht weiter bedenklich und der Sohn ist ein richtiger Strolch)
- was ich schon immer mal zu den Vornamen unserer Kinder sagen wollte 
- Überlegungen zum "Älterwerden" - auch ich bin ab übermorgen "um die 40" --------- uuuuuuuuuuaaaaaaaahhhh .... 

... und vieles mehr, hoffentlich ab morgen hier .... 

Thursday, June 21, 2012

Erfolgreich

Als erfolgreich kann man die "Einschulung" in den "Kindergarten" des bisher Jüngsten bezeichnen. Nach einer dreitägigen Einschulungsphase mit meiner Anwesenheit, war er nun gestern und heute schon alleine mit seinen Geschwistern im Kindergarten bzw. in der Förskola/Dagis. Ein wenig schmerzt es schon, wenn das Kind beim Abschied so gar nicht die Arme nach einem ausstreckt und einfach zufrieden davon watschelt, und es ist auch eigentümlich, wenn man für mehrere Minuten im Garten des Kindergartens steht und der junge Mann einfach gar nicht merkt, dass die MAMA!, Lebensmittelpunkt und Zentrum all seines Tun und Strebens, gekommen ist, um ihn abzuholen...... HUST. Nein, gemeckert wird eigentlich nur wenn der BABA! sich aus dem Staub macht. Tja, so ist das, als Mutter ist man halt einfach selbstverständlich.
Aber Scherz beiseite, der kleine Mann scheint sich sehr wohl in seiner neuen Umgebung zu fühlen und bisher macht ihm die Trennung von den Eltern nicht viel aus (kommt vermutlich noch). Die großen Geschwister schauen wohl auch öfter nach ihm und ansonsten beschäftigt er sich laut Erzieherin den ganzen Tag wunderbar, findet immer wieder etwas zu tun, ist zufrieden und vergnügt. Auch gegessen wird gut (aha???) und so bestätigt sich einerseits, was ich mir gedacht habe, aber andererseits ist es mir irgendwie auch unheimlich. Positive Auswirkungen zuhause: der kleine Mann beginnt tatsächlich mehr zu sprechen und gibt sich mehr Mühe, deutlicher zu sprechen. Ich wusste ja, dass er eigentlich könnte, wenn er wollte, aber irgendwie schien er bisher nicht viel Anlass zu sehen, von der beliebten und etwas diktatorischen Kommunikationsweise mit ausgestreckter Hand und "DA!" abzuweichen. Negative Auswirkung: Babysitz ist blöd, also sitzt er jetzt ohne Babybügel auf dem Kinderstuhl - und zappelt beim Essen gewaltig rum oder er unternimmt gleich ganze Klettertouren über Stühle und unter Tische. Anziehen und Windelwechseln sind blöd, also wird geschrien und getreten, dass sich die Balken biegen. Überhaupt alles, was irgendwie den Forscherdrang bzw. eigenen Willen einschränkt, ist blöd und Protest wird mit kräftigem, sehr zornigem Gebrülle kundgetan. Ich gehe davon aus, dass auch diese Phase (irgendwann) vorübergeht und genieße derweil die drei Wochen alltägliche Kinderfreiheit (siehe vorheriger Post). Wenn dann das Baby da ist, dann wird einem das Gebrülle des Kleinsten aller Kleinen hier niedlich vorkommen und gar nicht so fürchterlich, denn schließlich hat man ja den direkten Vergleich zu einem 1,5-jährigen, einem 3,5-jährigen und dem rethorisch schon recht ausgefeilten Rumgemosere einer 5-jährigen.

Wednesday, June 20, 2012

Im Auge des Sturms

(Ah, dramatische Blogpost-Überschriften haben etwas für sich, finden Sie nicht auch?). Also, im Auge des Sturms, da waren wir gestern, heute ist das Chaos wieder über uns hinweg gezogen. Gestern haben der Mann und ich zum ersten Mal seit Wochen einige Stunden alleine zu Hause verbracht und geredet. Also richtige Erwachsenen- und Paargespräche geführt. Wirklich. Ich konnte es ja selbst kaum glauben, mal wieder meinen Mann für mich alleine zu haben, ohne das permanent irgendwer dazwischen quakt oder aufwacht und weint oder hinfällt und weint oder geschlagen wird und weint oder singt, tanzt und lacht oder aber das Sofa auseinander nimmt und als Turngerät missbraucht oder irgendwelche Sachen durch die Gegend fliegen oder .... (bitte tragen Sie hier Ihre persönlichen Kinder-Chaos-Phobien ein).  Beim derzeitigen Trubel hier war das wirklich erholsam, wunderbar, eigentümlich und ja, man könnte sagen, heilsam.
Heute dagegen haben wir Budgets berechnet (hat Spaß gemacht), komplizierte Kundenbesuche abgehakt (hat Spaß gemacht, war ein bisschen wie bei "Wer wird Millionär", manche Kunden sind anspruchsvoller als andere) und Strategien weiterentwickelt und angepasst. Hm, eigentlich eine in vielfältiger Hinsicht sehr spannende Phase gerade. Nicht nur familiär sondern eben auch beruflich. Kompliziert ist, dass wie immer alles gleichzeitig passiert, die guten und die schlechten Dinge und die privaten und beruflichen, aber ach, wenn dann Tage wie heute und gestern dabei herauskommen, soll es mir Recht sein (nur für das Chaos im geliebten Heim hätte ich gerne eine Putze ... man wird ja noch träumen dürfen). :O)

Sunday, June 10, 2012

My kick-ass daughter


Heute war es endlich so weit, das Töchterlein war zum ersten Mal beim Training. Thai-Boxen, um genau zu sein. Warum wir das Kind mit fünf Jahren "einfach so" ins Thai-Boxen schicken, hat mehrere Gründe. Der Onkel, dem der zugehörige Club gehört, hat ihr das Training zum Geburtstag geschenkt. Kampfsport ist eine Familienangelegenheit, sozusagen. Der Onkel ist ein ausgezeichneter und bekannter Thai-Boxer und der Herr Papa ist, nun, sehr bescheiden, aber Kampfsportler durch und durch. Deshalb war es für uns auch nie eine Frage, dass die Kinder - wenn interessiert - auch einmal die eine oder andere Kampfsportart kennen lernen und eben auch trainieren würden. Schließlich habe ich selbst mit dem Mann als Trainer (oder besser: Sensei) in Brasilien kräftig und mit großer Freude trainiert. Von klein auf wissen sie, dass es sich hierbei um einen Sport handelt und dass man niemanden einfach so schlagen darf. Ich hätte die Tochter ja gerne zum Turnen geschickt, aber hier einen Turnverein aufzutreiben ... sie steht mit 2000 anderen hoffnungsvollen Kindern auf einer Warteliste für den einzigen (Elite-)Verein hier in der Gegend. So hatte ich mir das dann doch nicht vorgestellt, weder mit der Liste noch mit der Elite, normales Turnen ohne Liste hätte es vollkommen getan. Der Tanzkurs in der Kulturskolan war nett, entwickelte sich aber überhaupt nicht weiter und das Kind wollte gerne richtig Tanzen, also auch Stretchübungen machen, an der Stange stehen, usw. Es gibt natürlich die Ballettakademie in der Stadt, aber hier haben wir wieder zwei Probleme: Akademie = teuer, sehr teuer, und in der Innenstadt - ich mit drei (bald vier) Kindern alleine ... öhm. Im nahe gelegenen Fitnessstudio gibt es noch ein Tanzangebot für Kinder, das wird es im Herbst dann wohl gemeinsam mit der Nachbartochter werden. Ach ja, womit wir massenhaft bedacht wurden, sind Einladungen zu den diversen Fußballclubs in der Gegend. Nun ist Fußball bei uns auch eine große Sache (brasilianische Wurzeln, Vater selbst mal aktiver Spieler, usw.) nur: das interessiert die Tochter überhaupt nicht. Den Sohn, der beidfüßig drauflos kickt und im Kindergarten gerne mehrere Stunden Fußball spielend im Freien verbringt, schon eher. Nächstes Jahr im Herbst dann also, wenn er fünf wird. Denn unter fünf Jahren ein vernünftiges Sportangebot zu finden scheint hier - wie oben beschrieben - eher etwas schwierig. Da lobe ich mir doch das deutsche Vereinswesen mit seinen vielen Angeboten.
Die Tochter aber war stolz, denn Kampfsport findet sie trotz starker Tendenz zur Farbe Rosa und allen Dingen "weiblich" dann doch gut  ... ;O)

Thursday, May 31, 2012

5 Wochen und 4 Tage

Genau 5 Wochen und 4 Tage sind es noch ... bis zum Geburtstermin. :O)
Ja, ganz richtig gelesen, Geburtstermin! Nr. 4 ist in großen Schritten im Anmarsch und ich ziemlich fertig.
Wochenlang habe ich überlegt, wie ich die Katze am besten aus dem Sack lasse, aber heute muss es einfach raus, so ganz direkt. Die ganze Schwangerschaft ist eine etwas wilde Geschichte, an Weihnachten wunderte ich mich über morgendliche Übelkeit und dachte mir nix weiter, an Sylvester habe ich noch "kräftig" Alkohol getrunken und dachte mir nix weiter, den aufgeblähten Magen im Januar nahm ich als erstes Anzeichen einer unkontrollierten Gewichtszunahme und dachte mir nix weiter, im Februar dann begann ich mir Sorgen über meine eigentümlichen Magenbeschwerden zu machen und fing langsam an nervös zu werden. Ich rannte panisch zum Hausarzt und machte einen Termin aus, da ich schon an ein Magengeschwür glaubte. (Ja, ich war davor tatsächlich schon drei Mal erfolgreich schwanger und habe das immer sofort gemerkt). Wissen Sie, wann mir wirklich "Übles" schwante? Als man mir den Blutdruck maß und dieser bei 50/90 lag ... so niedrig ist mein ohnehin niedriger Blutdruck nur, wenn, ja, wenn, genau - ich schwanger bin. Kreidebleich ging ich nach Hause und führte ein ernsthaftes Gespräch mit dem Herzallerliebsten. Es half alles nicht, ein Test musste her. Test gemacht: positiv. Schockzustand bei mir, Freude beim Herzallerliebsten.
Panisch beim Gynäkologen angerufen, ich konnte ja unmöglich weiter als in der 12. Woche sein??? Der Ultraschall zeigte dann: 18. Woche, das war Anfang März. Ich starrte die Ärztin ungläubig an. Und war glücklich: kein Magengeschwür,  wenigstens. Die Schwangerschaft war auch schon fast zur Hälfte rum, ein mir sehr angenehmer Gedanke.  Aber ein viertes Kind, so bald???? Nicht, das wir die Option vollkommen ausgeschlossen hätten, im Gegenteil. Nur, so ein bis zwei Jahre wollten wir (ich) ja eigentlich schon noch warten. Aus praktischen Gründen selbstredend und weil wir uns nicht hundert Prozent sicher waren, ob wir das schaffen. Aber da war die Natur schneller als wir, und ja, wir haben auch noch andere Hobbies und einen sehr schönen Fernseher haben wir auch.
Aber ich musste das erst Mal verdauen. Erstmal verdauen, dass man eine Schwangerschaft tatsächlich so lange verdrängen kann (nicht, dass ich es für unmöglich gehalten hätte, aber ich???). Verdauen, dass ich bald wieder durch die Gegend rolle und dann bald ein viertes Kind das Chaos noch etwas chaotischer macht als es ohnehin schon ist. Außerdem fragte ich mich schon, wie reagieren Freunde und Familie in Deutschland? Positiv, negativ, freudig, entrüstet, besorgt? Vier Kinder sind in Deutschland ja alles andere als an der Tagesordnung. Hier in Schweden zwar auch nicht, aber zumindest ist vielen Leuten der Gedanke nicht ganz fremd. Und - ich weiß, ich wiederhole mich -Schweden und die Höflichkeit. In 90 % der Fälle erfährt man nie, ob andere das nun gut oder schlecht finden. Die Leute lächeln höflich und freundlich und sagen "Glückwunsch" und damit ist die Sache dann auch erledigt. Alles andere ist Privatangelegenheit und steht damit nicht zur Debatte. Was war ich dankbar.
Lange habe ich überlegt, was wohl der große Plan hinter dieser vierten Schwangerschaft war. Nun ja. Ich komme selbst aus einer Familie mit 3, ich kenne eine Menge Leute, die 3 Geschwister waren und irgendwie ist 3 dann doch eine ungerade Zahl. Einer ist immer ein bisschen mehr allein, ein bisschen mehr gesandwicht, ein bisschen mehr außen vor, als die anderen zwei. Und ich sehe es ja bei unseren Drei, sie lieben und sie schlagen sich, ganz so, wie es bei Geschwistern im gesunden Maße sein soll. Aber meist muss der Kleine den Großen hinterherrennen, wird er doch wie der "Kleine" Behandelt (mit allen Vor- und Nachteilen) und so wirklich mithalten kann er dann doch nicht. Irgendwie hat das als Anreiz wohl gereicht.
Wir freuen uns auf alle Fälle auf unseren kleinen Jungen, die Kinder wollen ständig, dass er jetzt doch endlich mal raus kommen soll. Das Gute ist auch: ich habe keine Angst vor mehr Chaos, mehr Arbeit, sondern glaube, dass das so gesehen kaum mehr auffällt. Und vier ist doch eine schöne, gerade Zahl. Harmonisch. Damit ist es dann ja auch gut. Mein Fortpflanzungstrieb ist jedenfalls vollkommen gestillt. :O)

Monday, May 28, 2012

Was bisher geschah ...

Nachdem ich jetzt wochenlang abgetaucht war, fragt sich der geneigte Leser natürlich, was denn hier los war. Einiges, kann ich Ihnen versichern, einiges. Und einiges habe ich bisher wohlweislich sogar ... VERSCHWIEGEN ...
So im Allgemeinen:
- eine ziemlich lange Phase Winter/Vorfrühling/Winter/bisschen mehr Frühling/Winter/endlich Frühling. Wer das wie ich jetzt drei Mal mitgemacht hat, diese eigentlich langen Winter, ob nun mit oder ohne Schnee, der will allmählich wieder in südlichere Gefilde (Äquatornähe ist erwünscht). Wenigstens im Winter. Im Sommer ist Schweden dann nämlich so schön, dass man gar nicht weg will und einzig schrecklich ist nur der Gedanke an den nächsten Winter, der einen permanent plagt. Als ich das neulich meiner Nachbarin erzählte, meinte die nur, ich sei schon richtig schwedisch geworden.
- der jüngste Sohn hat sich vom Baby zum Kleinkind entwickelt und so langsam fängt er auch mal an zu sprechen, was für unsere Kinder die Quasselstrippen ja bisher recht spät ist. Er fängt an sich für fein-motorische Bewegungen und Bücher zu interessieren. Eine Weile war ich da fast schon besorgt, wie sich zeigt, aber ohne Grund. Auch die Sache mit der Geduld hat sich wesentlich verbessert, aber nur bei Sachen, die er sich selbst ausgesucht hat, alles andere ist uninteressant und wird energisch zur Seite gewischt.
- der mittlere Sohn kam eines schönes Morgens aus seinem Zimmer geschlurft, schaute mich an und sagte: "Mama, heute will ich keine Windel anziehen." Gottlob und Halleluja, darauf hatte ich seit seinem 3. Geburtstag sehnlichst gewartet, auch wenn es nur noch Pipi-Windeln waren. Aber seit dem ist er trocken. Gewachsen ist er auch und Riesen-Füße hat er bekommen, quasi über Nacht. Die Trotzphase, die er zwischenzeitlich noch durchgemacht hat, lasse ich jetzt mal außen vor.
- Ostern war schön. Ein Familien-Erholungswochenende, nachdem der Herzallerliebste wochenlang viel unterwegs war
- die Tochter feierte ihren 5. Geburtstag. Ausgiebig. Kurz mit uns, dann mit Freundinnen und schlussendlich nochmal im Kindergarten. Alles zog sich irgendwie über ein Wochenende und ich habe einen ordentlichen Back-Marathon hingelegt. Das Kind hatte Monate vorher schon exakte Pläne für diesen für sie offensichtlich unglaublich wichtigen Geburtstag ausgearbeitet und weil wir hier ohne erweiterte Familie auskommen müssen, fühlten wir uns irgendwie verpflichtet, dem auch gerecht zu werden. Nächstes Jahr dann wieder in etwas kleiner, aber das Kind war glücklich und das war das schönste an der ganzen Sache.
- die Tochter hat ihren ersten Zahn verloren. Zu meinem großen Schock. Tagelang lief sie herum und sagte, sie hätte einen Wackelzahn. Ich (die ich den ersten Zahn mit 7 oder 8 verloren habe) hielt das für so unwahrscheinlich, dass ich noch nicht mal auf die Idee kam, nachzusehen, ob die Behauptung den wahr ist.  Dann stand sie auf einmal da, mit Blut im Mund und Zahn in der Hand (so ungefähr jedenfalls). Als ich feststellte, dass es sich um denselben Zahn handelte, den sie mit zarten fünf Monaten zuerst bekommen hatte, erwischte mich eine Welle mütterlicher Sentimentalität und mir stiegen tatsächlich die Tränen in die Augen. So groß ist mein Mädchen schon.
- irgendwie schafften wir es mitten im Chaos für zwei Tage auf eine Insel zu fliehen. Wir hatten Glück mit dem Wetter, es war sonnig und trocken und die Kinder genossen es, einfach mal ohne auf Autos achten zu müssen durch die Gegend rennen zu können. Wir schwammen, aßen gut, schliefen viel und waren viel im Freien, haben im Sand gebuddelt und Steine gesammelt, alles ganz ohne Motorenlärm und mit permanentem Blick aufs Meers - so schön.
- der Mann und ich fingen schon im letzten Jahr an, mit einem guten Freund eine neue Geschäftsidee zu entwickeln. Das ganze lässt sich gut an, hat uns aber die letzten zwei drei Monate besonders beschäftigt und jetzt ist die Firma bald vollständig von den Behörden zugelassen und dann können wir unsere Tätigkeit aufnehmen. Solange aber fällt das Projekt noch unter "geheim".
- für den Herzallerliebsten ergaben sich berufliche Veränderungen, erst zum besseren und dann zurück auf alles-wie-immer, was uns irgendwie ziemlich gebeutelt hat, vor allem wegen der Abstimmung von Arbeitszeit und Familienleben. Wenn ich demnächst wieder Wochenende nach Wochenende alleine mit drei Kleinkindern verbringen muss, gebe ich mir die Kugel.
- Morgen lasse ich dann die Katze aus dem Sack. Aber bis dahin müssen Sie sich noch gedulden. ;O)

Thursday, March 31, 2011

Ein Hauch



Ein Hauch von Frühling liegt in der Luft. Endlich. In den Wochen seit dem letzten Bloggeintrag haben hier die Jahreszeiten sprichwörtlich miteinander gerungen und heute habe ich zum aller ersten Mal das sichere Gefühl, dass der Frühling endlich die Übermacht gewonnen hat. So hoch im Norden ist der Frühling ein sehr spätes und dann sehr kurzes Vergnügen.

Daneben waren wir sehr im Klein-Klein verstrickt. Die neue Familienkonstellation gab uns dann doch mehr zu denken als erwartet, die kleinen Großen mussten sich erst an die Situation gewöhnen und wir auch. Ich beneide ja immer sämtliche Familien, bei denen alles so schön geregelt ist, sei es durch zuverlässige Arbeitszeiten oder eine hunderprozentige Rollenaufteilung oder die Tatsache, dass man vor den Kindern schon gefühlte hundert Jahre zusammen war ... nicht, dass ich mich ernsthaft über unser Leben beschweren würde. Aber manchmal müssen wir doch mit uns und den Umständen ringen, bis wir die richtigen und guten Lösungen gefunden haben. Aber dann: wer muss das eigentlich nicht. Zumindest bin ich jetzt glaube ich wieder bereit für ein paar schnell hingeworfene Gedanken zum Leben, Geschichten von den Kindern und für meine qualitativ vollkommen unprofessionellen Fotos ... hö! Davon gibts auch gleich mal welche, auch noch mit der schlechten Handy-Kamera gemacht. Es lebe der Diletantismus!!! Ein Hoch auf den Frühling!!!

Sunday, September 6, 2009

Normal?

Ist es eigentlich normal, dass Jungs, die gerade laufen lernen, sich so fünf bis zehn Mal täglich irgendwo den Kopf anhauen oder bin ich einfach nur zu unfähig, um richtig aufzupassen ... ????

Friday, July 17, 2009

Normaler Freitagabend

Ich sitze hier vorm Computer und versuche bisher nicht geleistetes nachzuholen, die Kinder schlafen friedlich nebenan und jetzt muss die Zeit auch noch für einen schnellen Post langen.

Amélie war diese Woche nicht im Kindergarten. Die Abteilung/Niederlassung, die sie normalerweise besucht, war diese Woche geschlossen. Zwar hätten wir sie in die andere Niederlassung bringen können, aber nachdem mein Kind deutliche Familienentzugserscheinungen zeigte, haben wir beschlossen, sie selbst eine Runde zu bespaßen. Das ging gut und völlig unaufwendig, weil Amélie offensichtlich rundum glücklich war, dass wir endlich mal wieder alle vier zusammen schlicht ein bisschen Alltag mit etwas Abwechslung gelebt haben. Sie hat auch nur gestern einmal nach dem Kindergarten gefragt und das auch mit eher zwiespältigen Gefühlen. Dafür sind diese Woche aber erhebliche Fortschritte in sprachlicher Hinsicht zu verzeichnen, sie spricht mehr (mehr Schwedisch und mehr Deutsch und etwas Englisch) und vor allem deutlicher. Ich hatte auch den Eindruck, dass sie mehr auf das strikte Trennen der Sprachen geachtet hat/achtet. Normalerweise mischt sie gerne Deutsch mit Schwedisch, aber das schien mir jetzt weniger. Außerdem entdecken wir gerade die Welt der Prinzessinnen zusammen (Aschenputtel), was mir sehr willkommen ist, weil die sich so schön als Vorbilder verwenden lassen - vor allem beim Essen. ;O)

Ansonsten wird es Zeit, dass wir jetzt endlich bei Oma und Opa in Deutschland aufschlagen, aber das Formular, die Post und das lange Warten ... ich sitze auf glühenden Kohlen.

Jonah hingegen wagt sich jetzt nicht nur vom - bis jetzt in der Technik sehr perfektionierten -Robben zum Krabbeln (heute habe ich es endlich auch mal gesehen, nachdem der Herzallerliebste schon seit Tagen begeistert verkündet: "He is crawling, he is crawling!"). Er hat auch etwas neues entdeckt, das wahre Begeisterungsstürme beim Rest der Familie auslöst: man setzt sich hin und streckt beide Hände ganz, ganz hooooooooch in die Luft und strahlt dabei wieder mal von einem Ohr bis zum anderen (das kann er sowieso ziemlich gut).

So gehen die Tage dahin mit Kinder versorgen, Haushalt und Arbeit. Eigentlich ein zufriedenstellendes Leben, wenn wir nur den Sommer etwas mehr genießen könnten.

Saturday, July 11, 2009

Nana und Dada

Ich hatte ja schon längst mal einen Bericht über Jonahs rasante Entwicklung versprochen.

Jonah war bisher ja nun wirklich alles andere als ein Langweiler.
Während der Schwangerschaft dachte ich immer noch: "Oh je, das gibt mal den Intellektuellen (das Weichei) in der Familie". Hatte Amélie in meinem Bauch getobt, getreten und geboxt, so war Jonah oft kaum zu bemerken und bis zum Schluss immer ganz lieb zur Frau Mama.
Die Geburt gestaltete sich herrlich unkompliziert und erfrischend kurz (was war ich dankbar), aber dann war es mit der Ruhe auch vorbei und meine Befürchtungen zerschlugen sich im Wind.

Ich weiß nicht mehr genau wann, wo und wie, aber Jonah konnte schon im Alter von ein paar Tagen/Wochen hin und wieder mal (vollkommen unbeabsichtigt und unkoordiniert natürlichm verursacht durch wildes Rumgezappel!!!) vom Rücken auf die Seite (manchmal sogar bis auf den Bauch) und angelegentlich auch zurückrollen, mit zwei, drei Monaten machte er keinen Hehl mehr daraus, wenn Amélie ihm zu sehr auf die Pelle rückte und schob sie schon mal energisch von sich weg. Die Ärzte bescheinigten uns einhellig, dass da jemand aber ziemlich viel Kraft hätte und seit seinem ersten Tag auf Gottes gutem Erdboden fing mein Sohn an, in rasantem Tempo zu wachsen - und tut es auch jetzt noch (wir nähern uns gerade zielsicher Größe 80 an). Außerdem nahm und nimmt er wirklich ALLES in den Mund angefangen von seinem Spielzeug über Tischbeine, Tischplatten, Türrahmen - alles muss oral untersucht werden. Ist dieser Vorgang abgeschlossen, so wird entweder der Gegenstand selbst - oder mithilfe eines greifbaren Kleinteils - die Belastbarkeit des jeweiligen Objekts der Begierde durch ungebremstes Gehämmer auf den/mit dem Gegenstand getestet. Kurzzeitig fühlte ich mich sehr an "Bam Bam" (Ihr wisst schon, Feuersteins) erinnert ...

Seit er 6 Monate alt ist, geht es nun wirklich Schlag auf Schlag. Ziemlich genau zu halbjährigen Geburtstag brach eines schönen Sonntags Morgens der erste Zahn durch und an diesem Tag bescherte uns Jonah (der zwar quicklebendig aber bisher nicht sehr gesprächig ist) einen ersten Schwall von Lauten, die da waren: "ona-h, eiiiiia, nam-nam". Das machte er an diesem denkenswürdigen Sonntag genau zwei Mal und dann hörten wir erstmal längere Zeit nichts mehr von ihm.

Seit er nun den Vierfüßlerstand geschafft hat, wird der junge Herr aber immer kommunikativer, beweglicher und selbständiger. Zwar robbt er noch durch die Wohnung, aber seit circa zwei Wochen sitzt er frei. Seit circa einer Woche zieht er sich auf die Knie und wechselt dann mit beachtlicher Geschicklichkeit ins Sitzen. Was mich immer wieder erstaun, ist die Mühelosigkeit, mit der er das macht. Manchmal sitzt er auch auf einmal einfach frei im Raum und strahlt stolz von einem Ohr bis um anderen.
Völlig platt war ich dann gestern, als er kurz drohte, das Gleichgewicht zu verlieren. Er hing (kniend) einhändig am Babystuhl und kippte schräg nach vorne - nur um sich mal eben lässig mit der freien Hand abzufangen.
Kisten auszuräumen ist auch schon länger kein Problem mehr und überhaupt zeigt er eine ziemliche Ausdauer in der Verfolgung seiner Ziele. Mit großer Begeisterung demontiert er momentan das untere Schutzgitter am Kühlschrank (was er natürlich nicht soll). Wenn er es also in die Küche schafft und man fieser Weise den Rost mit dem Fuß festhält, täuscht Jonah erstmal Desinteresse vor, in dem er sich wieder umdreht und die Küche scheinbar verlässt, nur um in einem "unbeobachteten Augenblick" schnell wie der Blitz wieder kehrt zu machen und mit doppelter Geschwindigkeit auf den Kühlschrank zuzurobben.

Jonah drückt auch Unmut wesentlich stärker aus als Amélie in dem Alter - gut, die hatte ja auch kaum Gelegenheit, Frustration zu entwickeln, in ihrem Fall war ja fast immer einen helfende Hand zur Stelle. Jonah kann aber schon mal richtig sauer werden, wenn etwas nicht so funktioniert, wie er sich das vorstellt. Der Liebste lässt sich noch immer täuschen und ruft dann: "Hunny fast, he hurt himself!" während ich dann (nach einem kurzen rückversichernden Blick auf die Lage) zurücktrillere: "No hunny, he is just angry. No worries." Was den Ärger genau auslöst ist nicht immer eindeutig und wenn es dann zu arg wird, wird er natürlich gebührend getröstet. Manchmal ist es aber auch nach einem kurzen Moment wieder in Ordnung.

Sehr typisch für Jonah ist auch, dass ihn Rhythmen und Musik unglaublich beruhigen können. Wenn er gar nicht einschlafen will/kann, dann trommelt ihm der Herzallerliebste oft Samba-Rhythmen auf den Windelhintern und das wirkt wahre Wunder. Jonah fordert das manchmal auch, in dem er einem unter eindeutigem Gemecker den Hintern entgegenstreckt. Weint er aus Ärger und Frustration einmal wirklich schlimm, so muss ich nur "Wie ein Fähnlein auf dem Turme", "Biba-Butzemann" oder "Hänsel und Gretel" anstimmen und schon ist die Welt wieder ein liebenswerter Ort. Immer wieder gibt es auch mal ein Lied, dass ihn völlig unvermittelt in Tiefschlaf versetzen kann ... momentan ist das 2.Pac. "Do for love" ...



Womit der kleine Mann uns momentan aber völlig um den Finger wickelt ist der Fakt, dass er den Allerliebsten mit "Daadaada" und mich seit zwei Tagen mit "Naanaana" ruft. "Titta" (Schwedisch: "Schau") brummelt er schon seit einiger Zeit immer leise vor sich hin und er streckt auch gelegentlich den Zeigefinger aus und deutet auf das eine oder andere - gerne auf meine Nase.

Wo ich hier so schreibe, fällt mir mehr und mehr ein, aber jetzt werde ich von dem kleinen Mann doch auch gerufen - und es ist ja jetzt auch Zeit für mich ...

Sunday, June 7, 2009

Layout

Also, das Layout gefällt mir so noch überhaupt nicht ... muss jetzt aber warten, weil ich definitiv erstmal keine Zeit habe...

Ansonsten eine erste Erfolgsmeldung für heute: "wir" haben den Vierfüßlerstand geschafft - schon zwei Mal heute!! Jonah aufdem Weg zum Krabbeln. Er war ja schon immer recht quirlig, aber zwischenzeitlich dachte ich doch, er braucht vielleicht etwas länger als Amélie was die Motorik anbelangt. Derzeit kann ich aber vermelden: alles ist ganz vorbildlich im zeitlichen Rahmen. So, und jetzt ruft die Pflicht wieder ....

P.S.: Ich habe nicht wirklich gestern "Blogg" geschrieben, oder?? Naja, es war aber auch schon spät.....