Friday, September 6, 2013

Obama-Chaos

Es ist ja eigentlich wirklich schon wieder Käse von gestern, aber ....
Mittwoch/Donnerstag war - vom Rest der Welt relativ unbemerkt, selbst in Amerika wurde wohl kaum darüber berichtet - der amerikanische Präsident in Stockholm zu Besuch. Dies war wohl der erste Besuch eines amtierenden amerikanischen Präsidenten hier und man kann sagen, es herrschte helle Aufregung. Man sprach allgemein vom anstehenden "Obama-Chaos". Die gesamte Autobahn vom Flughafen in die Stadt wurde für die Ankunft des Präsidenten gesperrt, in der Stadt tauchten an den unmöglichsten Stellen Betonsperren (Krankenhäuser, Botschauft, Hotels, etc.) auf, die Parkwächter (heißen die eigentlich so?) feierten tagelang eine einzige große Knöllchen-Party (bei rund 1000 Kronen, also etwas mehr als 100 Euro pro Knollen verständlich) und alle wurden furchtbar gewarnt. Mittwoch, am Ankunfts- und Hauptprogrammtag, dann das: eine vollkommen verkehrsberuhigte Innenstadt. Wunderbar, so schnell und zügig hatte ich die Tochter noch nicht in der Schule abgeliefert. Sämtliche von mir an diesem Tag befahrenen Wege in der Stadt waren quasi autofrei, ein sonst nur im Hochsommer vorkommender Umstand. Tatsächlich waren viele (sehr viele) gar nicht erst zur Arbeit gegangen und selbst der Lastverkehr blieb aus der Stadt draußen. Dafür eine Verbesserung der Luftqualität um sage und schreibe 30 % (offiziellen Meldungen zufolge). Von richtigem Chaos war auch bei intensivem Suchen wenig zu bemerken. Einzelne Betroffene gab es wohl schon, da unter anderem ganze Straßenzüge geräumt wurden, aber das ... war es dann eigentlich auch. Von mir aus darf er ruhig wieder kommen ... ;O)
Ich derweil wähnte mich in dem Gedanken, vielleicht nie wieder einem amerikanischen Präsidenten physisch so nahe zu kommen (wir weilten in der selben Stadt).
Der Herzallerliebste hingegen, ja, der machte wieder mal etwas für ihn typisches. Der war nämlich mit ganz anderen Dingen beschäftigt, als er zufällig die Route des präsidialen Triumphzuges durch die Stadt kreuzte. Er hatte seine Gedanken wo ganz anders, als er zufällig in der ersten Reihe neben einem Polizisten an der Absperrung landete und er war auch rein gar nicht daran interessiert, den Ehrengast zu sehen, als eine Parade aus Limousinen an ihm vorbei fuhr und er just in dem Moment in eines der Autos schaute, als der darin sitzende Mann in anblickte. Der Herzallerliebste sendete einen lässigen militärischen Gruß in Richtung des Mannes, der wiederum freundlich lächelnd mit einem "Peace"-Zeichen zurück grüßte. Glaubt man der Erzählung meines Mannes, dann begannen Umstehende ihn zu fragen, ob er den Mann in der Limousine kenne, worauf sich der Herzallerliebste schleunigst aus dem Staub machte. Zugegeben, ich war so ein ganz bisschen neidisch, als ich das gehört habe. 

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